News, 14.03.2017, Roland Riethmüller

21 Prozent im Handwerk sehen sich als digitale Vorreiter

21 Prozent im Handwerk sehen sich als digitale Vorreiter

Foto: Roland Riethmüller

Durch die Digitalisierung können Handwerksbetriebe effizienter werden. Geringere Lagerkosten, weniger Reste und ein sinkender Arbeitsaufwand ist vielfach das Ergebnis, das sich fast ein Viertel der befragten Handwerksmeister heute schon zu Nutze macht. Doch das Bewusstsein für die digitale Transformation wächst und mit ihr auch die Bereitschaft zur Investition in die Zukunft.

In einer digitalisierten Zukunft können beispielsweise Drohnen ein Haus per 3D-Scan ausmessen. Anhand einer genauen Analyse der empfangenen Daten könnte dann die exakte Anzahl der benötigten Dachziegel bestellt und zum berechneten Einsatztermin auf die Baustelle geliefert werden. Möglicherweise könnten sogar die Dachziegel vorort mit einem 3D-Drucker erstellt werden. Auch wenn dies noch Zukunftsmusik ist, erfolgt schon heute die Kommunikation und die Büroabwicklung vielfach digital. Denn die Digitalisierung im Handwerk schreitet immer weiter voran, das ist nicht zuletzt das Ergebnis einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH). Dabei sehen sich 21 Prozent der Befragten als digitale Vorreiter und treiben die Digitalisierung aktiv voran. Die Mehrheit von 71 Prozent ist jedoch digital noch nicht so gut aufgestellt und bezeichnet sich selbst eher als Nachzügler.

Mehrheit erwartet auch Roboter und 3D-Druck im Handwerk

Schon heute rechnen zwei Drittel der 504 befragten Handwerksbetriebe damit, dass Roboter im Jahr 2030 harte, gefährliche oder eintönige Arbeiten erledigen werden. Mit 49 Prozent erwartet fast die Hälfte der Befragten, dass in 13 Jahren der Einsatz von 3D-Druckern ein alltägliches Werkzeug im Handwerk ist. Insgesamt sieht mit 69 Prozent die Mehrheit der Betriebe große Chancen in der Digitalisierung. Nur neun Prozent empfinden ein Risiko. “Die Chancen der Digitalisierung sind groß. Wir helfen unseren Betrieben dabei, sie zu nutzen. So sichern wir langfristig die hohe Qualität und die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Handwerks”, erklärt ZDH-Geschäftsführer Karl-Sebastian Schulte.

Wachsendes Bewusstsein für digitale Transformation

Doch auch wenn die Mehrheit aktuell digital noch hinterherhinkt, so wächst das Bewusstsein für die digitale Entwicklung. Immerhin 29 Prozent der befragten Handwerksbetriebe erwarten ein starkes Umsatzwachstum durch die Digitalisierung. 18 Prozent schließen aktiv Partnerschaften mit IT- und Internetunternehmen, um die Digitalisierung voranzutreiben und 17 Prozent gehen davon aus, dass sich ihr Geschäftsmodell durch die Digitalisierung verändern wird. Dass sie im Endeffekt neue Produkte und Dienstleistungen anbieten, damit rechnen 16 Prozent. “Handwerksbetriebe, die konsequent digitale Technologien einsetzen, gewinnen Zeit für ihre eigentliche Aufgabe: das Handwerk”, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Die größte Herausforderung ist für zwei Drittel, geeignet qualifiziertes Personal zu finden.Auch wenn heute schon 30 Prozent in die Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter für die digitale Arbeitswelt investieren, sehen 40 Prozent der Befragten Defizite in der Digitalkompetenz ihrer Mitarbeiter. Immerhin steigen die prognostizierten Investitionen pro Jahr für Technologie und digitale Leistungen um gut die Hälfte auf durchschnittlich 2.210 Euro pro Handwerksbetrieb.

Hinweis in eigener Sache

Die digitalen Vorreiter aus dem Bauhandwerk diskutieren am 1. und 2. April in Berlin auf dem ersten Handwerkscamp, wie die Zukunft am Bau aussehen wird. Ob Meisterpflicht und Fachkräftemangel, ob 3D-Betondruck, Drohnen oder digitale Transformation. Anmeldung und nähere Infos unter http://handwerkscamp.de

 

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