News, 21.02.2017, Roland Riethmüller

3 Trends im Handwerk verändern die Bauwirtschaft

Meistertipp

Foto: Roland Riethmüller

Unsere Welt ist kompliziert geworden. Das betrifft auch die Handwerkerlandschaft, die sich zusehends wandelt. Dies bestätigt eine aktuelle Studie. Demnach gibt es vor allem drei große Trends, die einen direkten Einfluss auf die Branche haben. Die Folgen für Handwerker sind eine Neuausrichtung, um überhaupt Bestand zu haben. Dabei gilt es, sich an die Trends anzupassen und Chancen zu nutzen.

Die Hersteller und Distributoren von Baumaterialien und -elementen haben im Jahr 2015 mehr als 200 Milliarden Euro mit Handwerkern umgesetzt - Tendenz steigend. Doch gleichzeitig steht die Zulieferbranche auch vor der Herausforderung eines anstehenden Wandels, denn die Handwerkerlandschaft wird immer komplexer. So hat die Unternehmensberatung OC&C in ihrer aktuellen Studie “Renovierungsbedarf” über 1.250 Handwerksbetriebe aus dem Elektro- und SHK-Handwerk in Deutschland, Frankreich und Polen befragt und aus den aktuellen Trends im Handwerk die Auswirkungen auf die Handwerkerlandschaft ermittelt.

Hoher Einfluss von Fachkräftemangel und Nachfolgesorgen

Seit 2008 sind die Aufträge der Handwerker zwar um mehr als 35 Prozent gestiegen, doch die Anzahl der Handwerker hat sich im gleichen Zeitraum nur um ungefähr fünf Prozent erhöht. Zusätzlich belastet viele Betriebe die ungeklärte Nachfolgeproblematik bei einem immer weiter steigenden Fachkräftemangel. Gleichzeitig kommen vor allem aus Osteuropa immer mehr schlecht ausgebildete Handwerker nach Deutschland. Dadurch teilt sich die Handwerkerlandschaft in geringqualifizierte Generalisten und hochqualifizierte Spezialisten.

Projektkomplexität erweitert Anforderungen

Außerdem wächst die Projektkomplexität. Dadurch werden auch bei kleineren Bauvorhaben immer mehr gewerkespezifische Arbeiten (wie zum Beispiel im SHK-Handwerk) gewerkeübergreifend ausgeführt. Der Bereich der Energieeffizienz ist ein Beispiel dafür. Die Handwerker haben folglich immer mehr gewerkeübergreifende Anforderungen und müssen lernen, komplexe Projekte zu managen.

Digitalisierung ermöglicht neue Wege

Der dritte große Trend im Handwerk ist die steigende Digitalisierung am Bau. Durch das Internet werden Preise transparent und Produkte vergleichbar. Immer häufiger umgehen dabei Hersteller und Distributoren den mehrstufigen Vertriebsweg und damit die Zwischenstufe des Handwerkers. Dadurch werden digitale Kanäle immer stärker zur Information, aber auch Transaktion genutzt. Vor allem Multichannel-Ansätze gewinnen an Bedeutung. Zusätzlich wächst die Relevanz digitaler Prozesse am Bau. Um nicht zum bloßen Monteur zu werden, suchen viele Handwerker nach neuen Wegen der Zusammenarbeit.

 

Hinweis in eigener Sache

Am 1. und 2. April findet in Berlin das ersten Handwerkscamp statt. Dieses Barcamp richtet sich gezielt an Fachleute aus dem Bauhandwerk. Die Teilnehmer unterschiedlicher Gewerke tauschen sich dabei über Digitalisierung, 3D-Betondruck, Drohnen und vieles mehr aus. Nähere Infos unter http://handwerkscamp.de

 

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