News, 13.07.2017, Frank Kessler

400 Jahre SHK-Innung Berlin zwischen Tradition und Moderne

400 Jahre SHK-Innung Berlin zwischen Tradition und Moderne

Foto: SHK-Innung Berlin

Genau 400 Jahren ist es her, dass sich in Berlin eine Handvoll Klempner in der Berliner SHK-Innung organisierten. Zur Jubiläumsfeier kam in der vergangenen Woche verschiedenste Vertreter aus der Politik und der SHK-Branche. Sie würdigten das Engagement der Vergangenheit und blickten zuversichtlich in die Zukunft. Besonders stolz ist man dabei vor allem auf das Ausbildungszentrum, das zu den modernsten in Europa zählt.

Am 7. und 8. Juli feierte die SHK-Innung Berlin ihr 400. Gründungsjubiläum. Geladen waren Gäste aus dem Handwerk, der Politik, aus Verbänden sowie dem Großhandel und der Industrie. Als besonderer Ehrengast gratulierte auch der amtierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller. Unter dem Motto „Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft“ wurde im Jubiläumsjahr jedoch nicht nur die vergangene Zeit gewürdigt, mit der Unterstützung des Handwerkscamps als erstem Barcamp für das Bauhandwerk zeigte die SHK-Innung Berlin auch digitale Weitsicht. Schließlich sind es besonders die Themen Digitalisierung, Energiewende, Barrierefreiheit und Fachkräftesicherung, auf die sich die Innung in den kommenden Jahren zusammen mit ihren Partnern konzentrieren wird.

Die SHK-Innung im Wandel der Geschichte

Insgesamt kann die Innung auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Bereits im Jahr 1617 schlossen sich acht Klempner in Berlin zu einer Klempner-Innung zusammen, um gemeinsam ihre Interessen durchsetzen und gegen bevormundende Reglementierung sowie Materialverteuerung vorgehen zu können. Hervorgegangen aus einem Zusammenschluss der Kupferschmiede und der Klempner erlebte die Innung eine bewegte Geschichte. So ist ihre Entwicklung auch eng mit der Stadtgeschichte Berlins verknüpft. Schließlich waren die Klempner anfangs noch für die Herstellung von Laternen, kupferne Gefäße oder Geschirr verantwortlich. Doch der technologische Fortschritt brachte dann einen Wandel des Berufes mit sich, denn bereits im 18. Jahrhundert wurde aus dem Klempner, der Gas- und Wasserinstallateur, Bauklempner und Lüftungsbauer. Die heutige Bezeichnung dieser Berufe lauten Anlagenmechaniker SHK, Ofen- und Luftheizungsbauer sowie Klempner. Obermeister Andreas Schuh erklärte: "Die Verpflichtung bleibt, sich immer jeweils vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftspolitischer Herausforderungen für die Interessen der Mitglieder einzusetzen." Selbst schwierige Kapitel der Vergangenheit, wie die Zeit von 1933 bis 1945, als die jüdischen Betriebe ihrer Existenz beraubt wurden, werden daher nicht ausgeklammert.

Fortschritt mit großer Mitgliederzahl der Innung

Heute kommt die SHK-Innung auf 670 Mitglieder. Sie beschäftigt 40 Mitarbeiter und betreut rund 1.000 Auszubildende. Der Geschäftssitz befindet sich in Berlin-Tiergarten. Darüber hinaus gibt es in Berlin-Wedding noch das SHK Ausbildungszentrum, das eines der modernsten in Europa ist. Es verfügt über zwölf Werkstatträume für die Gas- und Ölfeuerung, Rohr- und Blecharbeiten, Sanitärtechnik, Elektrotechnik, Erneuerbare Energien und die Steuerungs- und Automationstechnik sowie über insgesamt acht Schulungsräume. Zurzeit befindet sich das Ausbildungszentrum im Wandel zu einem Kompetenzzentrum für energieeffiziente Haustechnik und barrierefreies Wohnen.

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