News, 13.05.2014, Jennifer Brandt

Asbest gefährdet die Bauwirtschaft

Asbest gefährdet die Bauwirtschaft

Foto: bpr/BG BAU

Es ist natürlich immer positiv, wenn man aus Fehlern lernt und diese entsprechend behebt. Dennoch kann es unter Umständen sein, dass die Spätfolgen dabei größer sind als man zuerst annimmt. So sieht es auch beim Thema Asbest aus. Während man seit nun mehr 20 Jahren keinerlei Asbest mehr am Bau verarbeitet, befindet sich jedoch in den Bestandsbauten immer noch genug von dem gefährlichen Baustoff, der auch heute noch zu schweren Erkrankungen führen kann. Prävention ist hier der einzige Weg, wie auch die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft einmal mehr rät.

Viele Jahrzehnte hat sich Asbest als Baustoff bewährt. Unbeachtet ließ man damals aber, dass eine Verarbeitung dieses Baumaterials zu schweren Erkrankungen bei den Beschäftigten am Bau führen konnte, wenn man bei der Verarbeitung nicht entsprechende Schutzmaßnahmen einhielt. Nun muss man natürlich bedenken, dass die Sensibilität in dieser Zeit, in den 1960er bis 1980ern, längst nicht so hoch war, wie heute. Doch so sehr man auch Maßnahmen geschaffen hat, auf Asbest zu verzichten, so schwerwiegend sind bis heute aber auch die Spätfolgen der Beschäftigten, die mit dem Baustoff in Berührung kamen.

Nachdem man wusste, welchen Schaden Asbest beim menschlichen Körper anrichten kann, entschloss man sich Anfang der 90er Jahre dazu, auf Asbest am Bau zu verzichten. Seit 1993 ist es in Deutschland sogar offiziell verboten, Asbest in irgendeiner Form zu verarbeiten. So weit, so gut. Doch natürlich gibt es immer noch eine Vielzahl an Bestandsbauten, in denen nach wie vor Asbest vorhanden ist. Besonders im öffentlichen Bau wurde der Baustoff vorwiegend eingesetzt.

Zwar kann man Asbest grundsätzlich auch wieder entfernen, doch genau hier entstehen bis heute die Probleme. Denn sobald bestimmte Maßnahmen nicht beachtet werden, setzten sich Beschäftigte am Bau ihre Gesundheit immer noch einem hohen Risiko aus.

Ebenfalls alarmierend ist darüber hinaus, dass die Erkrankten erst nach Jahrzehnten bemerken, dass sie überhaupt erkrankt sind. So wurden im Jahr 1994, also ein Jahr nach dem Verbot des Einsatzes von Asbest, noch 119 Todesfälle durch den Baustoff gemeldet. Im Jahr 2012 dagegen waren es dann bereits 281 gemeldete Todesfälle. Diese Zahlen belegen außerdem, dass es dreimal mehr Tote durch Asbest gibt als durch gewöhnliche Arbeitsunfälle. Die Zahlen machen deutlich, dass diese erschreckenden Zahlen in den kommenden Jahren noch steigen werden. Denn die Erkrankung selbst merken viele eben erst nach Jahrzehnten.

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) macht sich daher dafür stark, dass man neben benötigter Schutzkleidung auch andere Vorsorgemaßnahmen trifft. „Dazu zählen insbesondere staubarme Arbeitsverfahren, eine besondere Baustelleneinrichtung und der konsequente Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung in Form von Atemschutz und Schutzanzüge“, appelliert Bernard Arenz, Präventionsleiter BG BAU, an die Verantwortlichen am Bau. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten handelt.