News, 25.06.2017, Jennifer Brandt

Baugewerbe begrüßt neue Regelung zur HBCD-Entsorgung

Baugewerbe begrüßt neue Regelung zur HBCD-Entsorgung

Foto: Roland Riethmüller

Bereits im vergangenen Jahr gab es eine intensive Diskussion um die als gefährlichen Abfall eingestuften HBCD-haltigen Dämmplatten. Vor allem das Baugewerbes hat sich sehr engagiert dafür einsetzt, diese Beurteilung wieder rückgängig zu machen. Dieses Ziel wurde zwar nicht komplett erreicht, doch wird die vom Bundeskabinett kürzlich beschlossene POP-Abfall-Überwachungs-Verordnung für HBCD-haltige Abfällen vom Baugewerbe sehr begrüßt.

Die Ende 2016 in Kraft getretene Einstufung von HBCD-haltigen Dämmplatten als gefährlichen Abfall stieß auf viel Widerstand innerhalb des Bauhandwerks. Denn während es in den letzten Jahren nie ein Problem der Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmplatten in Hausmüllverbrennungsanlagen gab, stellte dies plötzlich genau das Problem dar. Das dadurch verursachte Entsorgungschaos war demnach groß, findet nun aber einen endgültigen Abschluss.

Vom Kompromiss zur finalen Lösung

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) hat sich von Beginn an dafür stark gemacht, dass die getroffene Einstufung von HBCD-haltigen Dämmplatten keine Lösung ist, denn sie hemmte die Betriebe und erschwerte die Entsorgung.

Als Kompromiss beschloss die Bundesregierung damals eine bis Ende 2017 gültige Änderungsverordnung zur Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) (“Moratorium”). Die nun beschlossene POP-Abfall-Überwachungs-Verordnung wird vom ZDB begrüßt, wenngleich auch klar ist, dass sie zu erhöhten Entsorgungskosten beitragen wird.

Dauerhafte Entsorgungslösung reduziert Bürokratie, erhöht aber Kosten

Der wesentliche Pluspunkt der POP-Abfall-Überwachungs-Verordnung ist die einheitliche Regelung, die sie mit sich bringt. So sagt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa: “Damit ist eine einheitliche und praktikable Regelung für die Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffen sichergestellt.”

Für die Betriebe bedeutet die neue Verordnung im Detail auch weniger Bürokratie. Denn hier ist ein Sammelentsorgungsnachweisverfahren vorgesehen, in dem die Betriebe die HBCD-haltigen Dämmplatten zurückbauen und durch einen Übernahmeschein an den Entsorger übergeben. So trägt man der sicheren Entsorgung und Ausschleusung der Abfälle Rechnung.

Die dadurch entstehenden höheren Kosten werden dabei wohl die Investoren und Verbraucher tragen müssen.

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