News, 26.01.2018, Frank Kessler

Baugewerbe erfreut über steigendes Interesse am Bauberuf

Baugewerbe erfreut über steigendes Interesse am Bauberuf

Foto: Roland Riethmüller

Die Zahl der jungen Menschen, die sich für eine Ausbildung im Bauberuf entschieden haben, ist wieder angestiegen. Laut den Erhebungen der SOKA-Bau waren es bereits im Vorjahr zwei Prozent. Damit hat sich der Ausbildungsmarkt im Baugewerbe entgegen aller anfänglichen Prognosen besser entwickelt, als in anderen Bereichen. Die Zahlen belegen, dass die Attraktivität dieser Ausbildungsberufe weiterhin gestiegen ist.

Das Baugewerbe verzeichnet ein Anstieg von 7,4 Prozent bei den neuen Ausbildungsverträgen. Demnach waren zum Stichtag 31. Dezember 2017 insgesamt 36.868 Auszubildende in der Bauwirtschaft beschäftigt. Das sei der stärkste Anstieg seit 1994, kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Felix Pakleppa, die neusten Zahlen. Das dürfte auch an der Öffentlichkeitsarbeit liegen, denn eine Lehre im Baugewerbe erfreut sich einer immer größer werdenden Attraktivität. Mit dazu beigetragen hätten auch die vielen Nachwuchsanstrengungen der Innungen und Mitgliederverbände, so Pakleppa weiter. Die Ausbildung zu einem Bauberuf wie zum Beispiel Maurer, Zimmerer oder Straßenbauer wartet mit dem höchsten Azubi-Gehalt aller Ausbildungsberufe auf. Hinzu kommt aber auch, dass sich die Tätigkeit auf dem Bau durch ständige technische Neuentwicklungen stark verändert hat. Der Einsatz von digitaler Technik und komplexen Maschinen gehört heute zum Alltag auf vielen Baustellen. Außerdem wird heute im Baugewerbe seltener Muskelkraft als vielmehr Fachwissen verlangt. Dieses Fachwissen muss zudem stets auf dem neusten Stand sein.

Interesse am Bauberuf auch in den neuen Bundesländern

Ein deutlicher Anstieg ist auch in den neuen Bundesländern zu verzeichnen. Hier sind 13,8 Prozent mehr an Männer und Frauen, die eine Ausbildung in Bauunternehmen begonnen hätten. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit liegt ein deutliches Überangebot an Ausbildungsstellen in Höhe von 30 Prozent vor. Das große Angebot ist auch ein Erfolg der umlagefinanzierten Ausbildungsförderung der SOKA-Bau, die alle Baubetriebe an der Finanzierung der Ausbildung beteiligt und somit Ausbildungsbetriebe kostenmäßig entlastet. Die Perspektiven für jeden einzelnen Bauberuf werden auch weiterhin sehr gut sein. Das liegt vor allen Dingen am Wohnungsbau und am Ausbau der Infrastruktur. Es zeigt sich, dass es auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch sehr viel zu tun gibt. Über mangelnde Arbeit kann man sich in diesem Beruf im Baugewerbe ganz sicher nicht beklagen.