News, 14.06.2017, Frank Kessler

Baugewerbe fordert mehr Balance zwischen Bau und Umwelt

Baugewerbe fordert mehr Balance zwischen Bau und Umwelt

Foto: Roland Riethmüller

Die Kosten für Deponierungsabfälle nehmen ständig zu. Das Problem liegt darin, dass auch geringfügig belasteter Bodenaushub nicht mehr verbaut, sondern deponiert werden muss. Das ist jedoch nicht der einzige Kostentreiber. Deshalb fordert das Baugewerbe eine bessere Balance zwischen den Umweltvorgaben und dem Bauen, denn die hohen Kosten treffen die privaten und die öffentlichen Bauherren gleichermaßen.

"Wir bauen Umwelt. Und das machen wir nachhaltig. Wenn wir Häuser, Straßen, Brücken, Kanäle, Bürogebäude oder Fabriken errichten, dann spielen selbstverständlich die Energieeffizienz, der Umweltschutz und die Ressourcenschonung eine sehr große Rolle”, erklärte kürzlich Wolfgang Schubert-Raab, neugewählter Präsident der Bayerischen Baugewerbeverbände. “Aber Umweltauflagen dürfen nicht dazu führen, dass wir nicht mehr bauen können." Damit forderte Schubert-Raab mehr politisches Augenmaß, um die Interessen des Umweltschutzes und des modernen Bauens besser zu vereinen.

Insgesamt gibt es vier kostentreibende Gründe

So wies der LBB-Präsident auf vier kostentreibende Gründe hin. Einer davon ist der hohe Deponierungsanteil von mineralischen Bauabfällen, der seit 2010 ständig angestiegen ist. Waren es damals nur 3,7 Millionen Tonnen Bodenstaub, der in Bayern auf Deponien zu einem sehr hohen Preis beseitigt werden musste, so sind es jetzt sechs Millionen Tonnen. Immer mehr auch nur gering belasteter Bodenstaub muss in die Deponien verfrachtet werden. Das führt dazu, dass die Deponien knapp werden und die Kosten weiter steigen.

Immer mehr Bauabfälle und Chaos bei der Entsorgung

Der dritte Kostentreiber besteht darin, dass die Transportwege zu den Deponien immer länger werden. Das ist nicht nur unökologisch, sondern verteuert auch immens die Baukosten. Darüber hinaus werden beim Hochbau überall Dämmstoffe eingesetzt. Ohne diese kann es keine Energiewende geben. Doch aufgrund ihrer Einstufung als gefährliche Abfälle, kommt es zu einem Entsorgungsnotstand für HBCD-haltige Dämmstoffe.

Gemeinsames Lösen der Probleme

Schubert-Raab erklärte, dass nur ein gemeinsames Gegensteuern das Problem lösen könne. Er forderte deshalb für den Umweltschutz mehr Deponiekapazitäten, großzügigere Regeln für den Wiedereinbau von Bodenmaterial und den Ausbau von Verfüllungsmöglichkeiten.

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