News, 12.10.2017, Frank Kessler

Bauhandwerk freut sich über wachsende Ausbildungszahlen

Bauhandwerk freut sich über wachsende Ausbildungszahlen

Foto: Roland Riethmüller

Es zeigt sich, dass es richtig war, auf die vielseitigen Möglichkeiten der Handwerksberufe aufmerksam zu machen. Denn das Bauhandwerk kann sich wieder über einen deutlichen Anstieg an Lehrlingen freuen. Doch das reicht noch lange nicht aus, ausreichend Nachwuchskräfte für alle Betriebe zu sichern. Deshalb wird im Bezug auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen gefordert, auch diese Probleme der Beschäftigung im Handwerk anzugehen.

Aufgrund der neuen Beschäftigungszahlen freut sich der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, dass das Handwerk wieder in den Augen junger Menschen attraktiv geworden ist. Er bezifferte den Anstieg auf 4.000 Auszubildende, die gegenüber dem Vorjahr eine Ausbildung im Handwerk begonnen hätten. Dies entspricht einer Steigerung von 2,9 Prozent. Damit verfestigt sich ein neuer Trend, denn die Jugendlichen finden wieder Spaß am Handwerksberuf.

Die Öffentlichkeitsarbeit zahlt sich aus

Jetzt zahlt es sich aus, dass so viel Öffentlichkeitsarbeit betrieben wurde. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder darauf hingewiesen, welche Möglichkeiten der Handwerksberuf bietet. Man ist nicht müde geworden, für die über 130 unterschiedlichen Ausbildungsberufe zu werben. Das besondere Augenmerk gilt dabei auch den Social Media Kanälen. Betrachtet man den Anstieg der Auszubildenden im Handwerk, dann war diese Strategie richtig. Am 30.09.2017 war der Stichtag und bis dahin wurden 135.038 neue Ausbildungsverträge in den Lehrlingsrollen eingetragen. Die Steigerung in den alten Bundesländern lag sogar mit drei Prozent höher, als in den neuen Bundesländern. Das spornt an, trotzdem sollte man sich nicht auf dem Erfolg ausruhen.

Noch immer fehlt es in vielen Betrieben an Nachwuchs

Trotzdem gibt es immer noch Betriebe, die Schwierigkeiten mit der Nachwuchsfindung haben. Bundesweit gibt es noch immer 19.000 offene Lehrstellen. Besonders dramatisch ist die Lage in Ostdeutschland. Im Westen hingegen hat sich die Zahl der offenen Lehrstellen um 5,9 Prozent leicht verringert. In Ostdeutschland bleiben allerdings weitaus mehr Lehrstellen unbesetzt. Insgesamt gibt es gegenüber dem Vorjahr 4.550 offene Lehrstellen.

Die Vertreter der Politik sind gefragt

Mit Blick auf die laufenden Koalitionsverhandlungen wird deshalb gefordert, mehr für die Beschäftigung im Handwerk zu unternehmen. Dazu gehört zwingend auch, die berufliche Bildung finanziell gleichwertig neben der akademischen Bildung zu fördern. Neben einem erfolgreichen Hochschulpakt wird nun auch ein Berufsbildungspakt gefordert, der im Koalitionsvertrag festgehalten werden soll.

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