Bauindustrie durch mangelnde Investitionen besorgt

News , 21.11.2019 , Frank Kessler Bauindustrie durch mangelnde Investitionen besorgt
Foto: Roland Riethmüller

Die Bauindustrie hat schon seit langem Maßnahmen ergriffen, um die Kapazitäten auszuweiten. Doch obwohl die Bauunternehmen in den letzten Jahren mehr als 150.000 neue Mitarbeiter eingestellt haben, gibt es mittlerweile nur noch unzureichend Projekte der öffentlichen Verwaltungen. Erstmals ist im Straßenbau der Auftragseingang im August sogar zurückgegangen. Dieser Auftragsmangel behindert noch weiter die Bautätigkeit. Außerdem wurden Preissteigerungen bei den öffentlichen Budgets nicht berücksichtigt.

Die Bauindustrie unterstützt die Forderung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Deutsche Gewerkschaftsbunds (DGB), eine Investitionsoffensive der öffentlichen Hand zu starten. Nur so würden sich baupolitische Ziele erreichen lassen, kommentiert Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Köln). In dieser Studie wird ein auf mehrere Jahre ausgelegtes Investitionsprogramm für private und öffentlichen Investitionen gefordert. Der Hintergrund: Es wurde ein bundesweiter Investitionsbedarf in Höhe von 450 Milliarden Euro festgestellt, der für die nächsten zehn Jahre gelten soll. Gleichzeitig soll dieser zum Abbau des Investitionsstaus auf kommunaler Ebene in Höhe von 138 Milliarden Euro beitragen.

Es müssen ausreichend baureife Projekte auf den Markt gebracht werden

Babiel betont weiter, dass es nicht ausreiche, Investitionsmittel zur Verfügung zu stellen. Vielmehr müssten auch baureife Projekte auf den Markt gebracht werden. Denn obwohl die Bauindustrie schon viele Maßnahmen ergriffen hätte, würde die momentane Auftragslage zunehmend Sorge bereiten. Auf Drängen der Politik hätten die Bauunternehmen rund 150.000 neue Beschäftigte eingestellt. Nun sind allerdings nicht genügend Projekte von den öffentlichen Verwaltungen vorhanden. So ist im August diesen Jahres der Auftragseingang im Straßenbaubereich gegenüber dem Vormonat erstmals um 18,8 Prozent gesunken. Hinzu komme die Meinung der Unternehmen aus der Herbstumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), dass der Auftragsmangel sich zunehmend negativ auf die Bautätigkeit auswirken würde. Grund dafür seien die Planungs- und Genehmigungsverfahren, die einfach zu langwierig seien. Außerdem seien die Preissteigerungen, die hauptsächlich durch höhere Baukosten entstanden sind, nicht in den öffentlichen Budgets berücksichtigt.

Gemeinsame Anstrengungen für mehr Investitionen

Damit jedoch eine Investitionsoffensive überhaupt Erfolg haben könne, müssten sich die Politik, Öffentlichkeit und die Bauindustrie gemeinsam anstrengen. Die Politik müsse zunächst die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Genehmigungsverfahren verkürzt werden. Außerdem müssten die Kapazitäten für die öffentliche Planung weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig müsse in der Öffentlichkeit um mehr Akzeptanz für Infrastrukturprojekte geworben werden. Dafür bedarf es auch mehr Spielraum bei den Innovationen am Bau.