Baukonjunktur-Meeting - Aussichten für die Bauwirtschaft

News , 15.10.2019 , Frank Kessler Baukonjunktur-Meeting - Aussichten für die Bauwirtschaft
Foto: Roland Riethmüller

Auch in diesem Jahr fand erneut das Baukonjunktur-Meeting in Hannover, Würzburg und Düsseldorf statt. Neben der Konjunktur am Bau standen dabei auch andere Themen im Fokus, wie zum Beispiel die Frage der Energiewende in Deutschland. Doch auch der stagnierende Wohnungsbau bei den Mehrfamilienhäusern war ein Thema. Außerdem ging es um die Wohnwünsche der 50- bis 65-Jährigen.

Im Rahmen des Baukonjunktur-Meetings begrüßte die Heinze Marktforschung auch in diesem Jahr wieder rund 120 Teilnehmer. Dabei war der Wohnungsbau das wesentliche Kernthema. Hier waren die Zuwächse im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Im Jahr 2019 sind die Zuwachsraten erneut gestiegen. Bis zum Jahrsende rechnet man mit einem Zuwachs von fünf bis zehn Prozent. Dennoch ist eine Belebung beim Eigenheimmarkt nicht in Sicht. Mit 105.000 fertiggestellten Wohneinheiten ist wohl der Zenit erreicht. Demgegenüber stiegen die Baukosten mit rund fünf Prozent sehr erheblich. In einer konjunkturellen Delle befindet sich das Mehrfamilienhaus. Dies ist vor allem durch die späte Klärung der Rahmenbedingungen entstanden. Es scheint jedoch wahrscheinlich, dass sich das in der zweiten Jahreshälfte durch die Nachholeffekte wieder stabilisiert.

Die Bauwirtschaft im Spannungsfeld der konjunkturellen Eintrübung

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Auftragseingänge im Wirtschaftsbau um 13,7 Prozent gestiegen. Bis zum Ende des Jahres werden trotz der konjunkturellen Eintrübung immer noch zweistellige Wert erwartet. Beim öffentlichen Bau konnte das Niveau der letzten zwei Jahre gehalten werden. Die Genehmigungen industrieller Betriebsgebäude ist mit 3,2 Prozent unter das Vorjahresniveau gefallen. Wie erwartet ist hier der Abschwung eingetroffen. Für das Jahr 2020 prognostiziert man eine ähnliche Entwicklung. Ebenfalls ein Abwärtstrend ist bei den Büro- und Verwaltungsgebäuden zu verzeichnen. Das wird sich auch aufgrund der negativen Beschäftigungsentwicklung im nächsten Jahr nicht ändern.

Brennpunkt Energiewende

Ist eine erfolgreiche Energiewende im Gebäudesektor noch möglich? Mit dieser Frage beschäftigte sich Dr. Ralph Henger vom Institut der Deutschen Wirtschaft. Bis zum Jahr 2050 soll der Gebäudebestand nahezu klimaneutral sein. Deutschland hat sich damit ein ehrgeiziges Klimaziel gesetzt, das allerdings nur durch aufwendige Sanierungen erreicht werden kann. Doch die energetische Sanierung ist ins Stocken geraten, was sich auf das selbst gesteckte Ziel und auf die Baukonjunktur negativ auswirken könnte. Damit das Klimaziel doch noch erreicht werden könnte, bedarf es eines politischen Umdenkens.

Erkenntnisse aus dem demografischen Wandel für den Bausektor

Ein weitere Thema war die Entwicklung im Rahmen des demografischen Wandels, die Dr. Christian Kaiser, Leiter der Heinze Marktforschung, im Rahmen des Meetings vorstellte. Demnach will ein Großteil der befragten 50- bis 65-Jährigen mit 70 Jahren in Richtung Stadt ziehen. Als Gründe nannten sie die bessere Infrastruktur. Doch auch ein Großteil der Befragten wünscht sich im Alter im regionalen Umfeld zu bleiben. Fast die Hälfte ist bereit, ihr Haus barrierefrei umzubauen, damit sie im Alter noch darin wohnen können.