Baukonjunktur profitiert von mildem Winter

News , 06.05.2019 , Frank Kessler Baukonjunktur profitiert von mildem Winter
Foto: Roland Riethmüller

Auch im laufenden Jahr 2019 läuft die Baukonjunktur wieder auf Hochtouren. Durch die milden Temperaturen fehlt in diesem Jahr sogar der witterungsbedingte Umsatzeinbruch. Das führt in einigen Bereichen sogar zu Rekordergebnissen, bestätigt der Baustoff-Fachhandel und freut sich teilweise über erhebliche Zuwächse. So wurden vor allem im Bereich Fliesen, Gartenbau und Eisenwaren, aber auch im Holzbau gesteigerte Ergebnisse erzielt.

Die guten Umsätze des vergangenen Jahres halten in der Baubranche auch im ersten Quartal 2019 an. In manchen Bereichen konnten die Ergebnisse des Vorjahres sogar übertroffen werden. "Ein sehr milder Winter in den meisten Regionen Deutschlands und ein auch heute noch nicht nachvollziehbarer Umsatzeinbruch im März vorigen Jahres haben dieses Plus beeinflusst", freut sich Dr. Eckard Kern, der Vorsitzende der EUROBAUSTOFF-Geschäftsführung. Die Baukonjunktur brauche dieses Umsatzplus von 11,2 Prozent. Man wisse nicht, was der Rest des Jahres noch bringen würde, so heißt es in Fachkreisen weiter.

Hoffnungsvoller Blick in die Zukunft der Baukonjunktur

Vor allem in den Bereichen Mehrfamilienhäuser halte der Bauboom weiter an. Waren im Vorjahr Hoch- und Tiefbau negativ beeinflusst, so würden genau solche Bauprojekte die positiven Entwicklungen im laufenden Kalenderjahr ausmachen. Nach wie vor, so erklärt Kern, wäre die Sparte Neubau ein Umsatzbringer. Dies würde sich beim Dach- und Fassadenbau verdeutlichen. Flachdachbauten wären hier weit mehr gefragt, als Steildächer. Der sogenannte Geschosswohungsbau sorge für stetige Zuwachsraten in der Baukonjunktur. Der gesamte Bereich Dachbau hätte im Jahr 2019 bis dato einen Zuwachs von knapp zehn Prozent erwirtschaftet.

Weitere Zuwächse der einzelnen Baubranchen

Im Jahr 2018 waren Fliesen bei Bauherren nicht so begehrt, es wurde mehr auf Baustoffe gesetzt, die schnell verbaut werden konnten. In diesem Jahr jedoch konnte der Bereich Fliesen bereits einen Zuwachs von über zehn Prozent gegenüber dem ersten Quartal im Vorjahr verzeichnen. Fliesen und das Zubehör dafür lägen wieder voll im Trend. Auch der Einzelhandel habe die Baukonjunktur gestärkt. Besonders der Gartenbau profitierte von den doch sehr warmen Temperaturen im März 2019. Das bescherte dem Einzelhandel ein sattes Plus von gut fünf Prozent. Doch nicht nur Gartenzubehör und Baustoffe waren gefragt, auch Eisenwaren halfen, das Ergebnis wesentlich zu verbessern.

Hochbau wuchs über sich selbst hinaus

Auch Mit-Geschäftsführer Hartmut Möller freut sich über einen Umsatzzuwachs von nicht weniger als 24 Prozent im Segment Hochbau. Da es bisher keinen nennenswerten Winter gegeben habe, konnte sich die Branche über den Verkauf von Roh- und Wandbaustoffen freuen, die sogar noch über dem Gesamtdurchschnitt dieser Baugruppe lagen. Doch auch der Baustoff Holz übertraf das Vorjahresergebnis mit neun Prozent. Vor allem im Angesicht der Debatte um nachhaltige Lebensweise sollte sich der Rohstoff Holz auch weiterhin großer Beliebtheit erfreuen. Es sei schon heute zu verzeichnen, dass Holz immer mehr beim Bau von Ein- und auch Mehrfamilienhäusern nachgefragt werde.