News, 12.06.2017, Roland Riethmüller

Bauwirtschaft bestellt nur verhalten online

Bauwirtschaft bestellt nur verhalten online

Foto: Roland Riethmüller

Online-Bestellungen sind heute kaum noch wegzudenken. Doch in der Bauwirtschaft gelten andere Regeln. Die Beschaffungsprozesse am Bau sind sehr viel traditioneller als im privaten Bereich. Der individuelle Kontakt ist essentiell, auch spielt teilweise das Fax noch eine größere Rolle als der Online-Shop. Denn gerade für die kleineren Betriebe lohnen sich die Online-Vorteile oft nicht.

Alle Welt spricht von E-Commerce. Doch wie bedeutend ist dieser Vertriebsweg wirklich und welche Rolle spielt er in der Bauwirtschaft? Dieser Frage ist das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut BauInfoConsult nachgegangen und hat 232 mitarbeiterstärkere Bauunternehmen, SHK-Installteure und Maler/Trockenbauer nach Ihrem Einkaufsverhalten befragt. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass die Online-Bestellung in der Bauwirtschaft immer noch eine Randerscheinung ist. Nur etwa ein Fünftel aller Befragten bestellt per Onlineshop oder per E-Mail. Noch geringer fällt dieser Wert bei Kleinbetrieben unter fünf Mitarbeitern aus. Obwohl diese Kleinbetriebe den größten Anteil in der Bauwirtschaft ausmachen, bestellen nur sieben Prozent online. Hinzu kommt, dass die meisten Online-Bestellungen gar nicht per Onlineshop getätigt sondern lediglich per E-Mail an den stationären Fachhändler geschickt werden. Lediglich sieben Prozent des Einkaufsvolumens werden über Onlineshops abgewickelt und ganze zwölf Prozent über die elektronische Post. Das beweist, wie wichtig vielen der persönliche Kontakt zum Baustoff-Fachhändler ist.

Kleine Betriebe können nicht von den Online-Vorteilen profitieren

Betrachtet man die primären Vertriebswege, so wird die Bedeutung der Beziehung zum Baustoff-Fachhandel noch deutlicher: Im Schnitt bestellen 54 Prozent der Befragten per Telefon bei Ihrem lokalen Fachhändler. Weitere 19 Prozent kaufen sogar direkt im stationären Geschäft auf dem Weg zur Baustelle. So lohnt oftmals die Online-Bestellung gerade für kleinere Betriebe nicht, die nämlich nicht von den Vorteilen einer Online-Bestellung durch Großmengenvorteilen und standardisierten Beschaffungsprozessen profitieren können.

15 Prozent der Bauunternehmer bestellen noch per Fax

Auffällig ist ferner, dass mit 22 Prozent überdurchschnittlich viele Maler und Trockenbauer im stationären Handel kaufen. Dagegen fahren Bauunternehmer mit 14 Prozent eher selten zu Ihrem Fachhändler. Sie bestellen erstaunlicherweise immer noch zu 15 Prozent per Fax. In den anderen Berufsgruppen liegt dieser Wert über die Hälfte darunter.

Online-Shops müssen individuelle Angebote erstellen können

Als wichtigstes Argument für den direkten Kontakt zum Baustoff-Fachhandel gilt immer noch das direkte Feedback zu Verfügbarkeiten und Konditionen. So bietet die 24/7-Verfügbarkeit auf den ersten Blick einige Vorteile, doch wird von den Verarbeitern die individuelle Angebotserstellung immer noch hoch geschätzt. Online-Anbieter müssen also Wege finden, diesen strategischen Vorteil des Handels besser für sich zu nutzen.

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