Bauwirtschaft blickt optimistisch auf 2016

News , 25.01.2016 , Jennifer Brandt Bild zu: Bauwirtschaft blickt optimistisch auf 2016
Foto: Roland Riethmüller

Das alte Jahr liegt hinter uns, ein neues hat gerade begonnen Und mit dem neuen Jahr steht man auch immer wieder vor alten, wie neuen Herausforderungen. So auch die Bauwirtschaft. So positiv die Erwartungen für das vergangene Jahr waren, die realen Ergebnissen waren etwas schwächer. Daher ist es umso wichtiger für das Jahr 2016 erneut voranzukommen. Und auch wenn das Jahr 2015 nicht ganz nach den Erwartungen lief, man ist sehr zuversichtlich auch in 2016 wieder ein ordentliches Wachstum in der Bauwirtschaft zu erreichen.

Vergleicht man nun zu Jahresbeginn die Erwartungen der Bauwirtschaft für Umsatzentwicklung im Jahr 2015, stellt man fest, dass die erzielten Ergebnisse zwar gut waren, dennoch aber etwas unter den Prognosen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man dafür den Wohnungs- und Wirtschaftsbau oder auch den öffentlichen Bau betrachtet. Dennoch ist man sich sicher, dass man für das neu begonnene Jahr erneut ein Wachstum in der Bauwirtschaft schaffen wird. Die prognostizierte Zahl liegt dabei bei drei Prozent. Damit steht die Bauwirtschaft dem neuen Jahr sehr positiv gegenüber.

Impulse vor allem durch Wohnungsbau und Öffentlichem Bau

Kürzlich haben der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. (HDB) und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) die Erwartungen zusammengefasst. Die derzeitige Situation zeigt, dass die Impulse vor allem im Wohnungsbau und im öffentlichen Bau sehr gut sind und man daher zu Recht annehmen kann, dass die Entwicklung mit einer Umsatzsteigerung verbunden sein wird. Das erwartete Wachstum von drei Prozent entspricht damit einem Umsatzwert von knapp 103 Milliarden Euro. Und obwohl Hoch- und Tiefbau nicht immer homogen waren, glaubt man, dass es in der Bauwirtschaft in 2016 ein ähnliches Wachstumstempo geben wird. So erwartet man 66 Milliarden Euro Umsatz im Tiefbau und 37 Milliarden Euro beim Hochbau. Und auch die Beschäftigungszahlen werden erneut steigen, weil es die Auftragslage einfach unbedingt erfordert, weitere Fachkräfte zu gewinnen.

Wohnungsbau durch Wohnungsnot im Aufwind

Verteilt auf die wesentlichen Pfeiler Wohnungsbau, Wirtschaftsbau und Öffentlicher Bau stellen sich die Details wie folgt dar. Im Wohnungsbau geht man nach heutigem Stand von einer Umsatzsteigerung von fünf Prozent (auf 38,4 Milliarden Euro) aus. Dabei muss man aber auch berücksichtigen, dass die Entwicklung im Jahr 2015 grade einmal bei zwei Prozent lag. Doch die Wohnungsnot in Deutschland ist immer noch groß, daher ist man davon überzeugt, dass in diesem Jahr noch mehr Wohnungen neu gebaut werden und die Erwartung somit zu erfüllen sein sollte.

Zusätzliche Impulse für Wohnungsbau durch Erhöhung der linearen AfA

Um dieses Ziel jedoch wirklich erreichen zu können, fordern die beiden Bauspitzenverbände weiterhin Maßnahmen seitens der Regierung. Denn diese sind nach wie vor die Prämisse, die Lager erfolgreich zu bewältigen. Dazu gehört im Wesentlichen die grundsätzliche Erhöhung der linearen Abschreibung AfA. Aktuelle zwei Prozent hält man für zu gering und nicht mehr zeitgemäß. Und auch angekündigte Sonder-AfA müsse man nun endlich umsetzen, um mehr kostengünstige Mietwohnungen errichten zu können. In diesem Zusammenhang sieht man auch immer noch die Verdopplung der Bundesfördermittel als wichtigen Aspekt, wobei man diesen Punkt auch gleichzeitig mit am schwierigsten in seiner Umsetzung beurteilt.

Wirtschaftshochbau schwächelt

Im Wirtschaftsbau hat im Jahr 2015 ebenfalls nicht ganz so performt, wie man es noch zu Beginn des Jahres erwartet hatte, denn er erreichte lediglich die Ergebnisse aus dem Jahr 2014. Dies habe wohl offenbar insbesondere am Wirtschaftshochbau gelegen, der zwei Prozent unter den Prognosen lag. Dennoch zeigte der Wirtschaftstiefbau eine Steigerung um drei Prozent und konnte das Gesamtergebnis zwar ausgleichen, aber eben nicht in den positiven Bereich bringen. Der Wirtschaftsbau gestaltet sich vor allem deshalb etwas schwierig, da die Entwicklung in den Bereichen des Wirtschaftshoch- und Tiefbaus sehr unterschiedlich sind. Während der Wirtschaftstiefbau besonders von den Investitionen der Bahn profitiert, fehlt es in vielen anderen Bereichen einfach an liquiden Mitteln und Baugenehmigungen.

Hohe Erwartungen an den Öffentlichen Bau

Der Öffentliche Bau hat sich im Jahr 2015 zwar nicht übermäßig entwickelt, nämlich nur um 0,5 Prozent, dennoch ist man zuversichtlich, dass in 2016 eine deutliche Steigerung der Bauvorhaben und damit der Umsätze zu erwarten ist. Es zeigt sich, dass die öffentlichen Kassen wieder etwas mehr investieren und diesen Zweig der Bauwirtschaft in jedem Fall voranbringen werden. So geht man derzeit von einer Steigerung um vier Prozent auf gut 29,1 Milliarden Euro aus. Dabei fallen etwa 23 Milliarden auf den Tiefbau und knapp 6 Milliarden auf den Hochbau.

Im Großen und Ganzen werden diese Ziele jedoch nur erreicht werden, wenn der Investitionsstau aufhört und entsprechende Attraktivität durch finanzielle Förderungen entsteht.