News, 19.05.2017, Frank Kessler

Bauwirtschaft über Für und Wider bei neuem Sanierungsfahrplan

Bauwirtschaft über Für und Wider bei neuem Sanierungsfahrplan

Foto: Roland Riethmüller

Mit dem neuen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) wird ein verständlicher Überblick über langfristige Möglichkeiten zur energetischen Sanierung geschaffen. Die Bauwirtschaft begrüßt dieses neue Instrument, betont jedoch erneut die Forderung zum Ender der Diskriminierung der Gebäudeenergieberater HwK. Schließlich sei eine vergleichbare Modernisierungsplanung schon über Jahren fester Bestandteil dieser Ausbildung und helfe, die energetische Sanierung zu unterstützen.

Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft begrüßt den Vorstoß des Bundeswirtschaftsministeriums zur Unterstützung eines neuen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Ziel ist es, den Eigentümern einen besseren Überblick über die langfristige energetische Sanierung zu geben. Mit diesem Sanierungsfahrplan wird vereinfacht dargestellt, wann die Eigentümer mit welchen Maßnahmen zu rechnen haben und wie die Umsetzung vonstatten gehen soll.

Gebäudeenergieberater HwK dürfen immer noch keine BAFA-Vor-Ort-Beratung durchführen

"Leider schreibt auch dieses neue Instrument der Energieberatung die bestehende Diskriminierung der Gebäudeenergieberater im Handwerk im BAFA-Förderprogramm der Energieberatung für Wohngebäude (BAFA-Vor-Ort-Beratung) fort", erklärt Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft in Berlin. Ein Bestandteil der Fortbildung zum Gebäudeenergieberater HwK ist schon immer die Modernisierungsplanung gewesen. Doch damit ist leider nicht die Anerkennung als Berater verbunden, obwohl dieser fachlich dazu geeignet wäre. Das Ergebnis ist, dass diese keine BAFA-Vor-Ort-Beratung durchführen dürfen, sofern sie in einem Handwerksbetrieb beschäftigt sind oder sogar die Leitung eines solchen haben. Außerdem dürfen von ihnen auch keine Effizienzmaßnahmen umgesetzt werden.

Bauwirtschaft fordert ein Ende der Diskriminierung der Gebäudeenergieberater HwK

Schneider betonte weiterhin, dass in der Vor-Ort-Beratungsrichtlinie die Handwerker nicht mehr diskriminiert werden dürften. Eine Energiewende wird ohne die Mitwirkung der Handwerker nicht gelingen. Ein neutrales Beratungsergebnis ist durch den Sanierungsfahrplan gegeben, denn er beinhaltet eine schrittweise Umsetzung der Maßnahmen. In der Praxis sieht es so aus, dass sich die Eigentümer von Gebäuden im Sanierungsfall an einen Handwerker wenden. Dieser kann auf die Möglichkeiten der Energieeinsparung hinweisen und einen Sanierungsplan für das Gebäude im akuten Fall erstellen. Aus diesem Grund müsse eine anlassbezogene Energieberatung auch in die Beratung vor Ort mit einbezogen und entsprechend gefördert werden. Es bestehe ansonsten die Gefahr, dass die vielfachen Kundenkontakte zwischen Eigentümer und Handwerker nicht zur Erstellung von Sanierungsfahrplänen und gleichzeitig auch zur Sensibilisierung der Eigentümer genutzt werden könne.

Sanierungsfahrplan ist ein wertvolles Instrument zur Sanierung von Gebäuden

Der individuelle Sanierungsfahrplan ist eine Software, die verständlicherweise einen Überblick über die auf lange Sicht anstehenden Sanierungsmaßnahmen gibt. Neben der energetischen Sanierung und deren Kosten weist die Software auch die Einsparungen bei den Heizkosten aus. Das bedeutet in der Praxis, dass eine energetische Sanierung durch den Gebäudenergieberater besser in die Tat umgesetzt werden kann und welche Maßnahmen zu erwarten sind.

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