News, 20.03.2017, Roland Riethmüller

Bauwirtschaft zum Handeln gezwungen

Bauwirtschaft zum Handeln gezwungen

Foto: Roland Riethmüller

Die Anzeichen mehren sich, dass der Aufschwung in der Bauwirtschaft nicht ewig anhalten wird. Aufgrund geringer Produktivität im Vergleich zu anderen Branchen  besteht daher für die Bauwirtschaft das größte Potential in der Prozessoptimierung mit Hilfe der Digitalisierung. Durch die Steigerung der Effizienz und ein nachhaltiges Wirtschaften insgesamt steigt langfristig auch die Umsatzrendite.

Die deutsche Bauwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Die zunehmende Personalknappheit und die vielfach ungeklärten Nachfolgeregelungen belasten die Betriebe ebenso wie die empfundene Ungewissheit über die Chancen und Risiken der Digitalisierung. Hinzu kommt die Sorge um ein mögliches Ende der Hochkonjunktur. „Die Bauwirtschaft hat durch den Modernisierungsstau im öffentlichen und privaten Sektor einen Boom erlebt“, erklärt Werner Broeckmann, Leiter der Fachgruppe Bauwirtschaft im Verband „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater“.  Viele Betriebe hatten daher in den letzten Jahren ihren Personalbestand zu Recht aufgebaut. „Jetzt ist die Zeit, sich unternehmerisch darauf einzustellen, dass dieser Trend sich nicht beliebig lange fortsetzen wird“, warnt Broeckmann und empfiehlt rechtzeitig die Optimierung der Unternehmenssteuerung zur nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Digitalisierung bringt Effizienz und Produktivität

Da die Bauwirtschaft im Vergleich zu anderen Branchen nur ein geringes Produktivitätswachstum hat, lohnt die Auseinandersetzung mit der Digitalisierung. So empfiehlt die KMU-Beraterin Hannelore Rathje die Einführung von Building Information Modeling (kurz BIM), sowie eine klare digitale Strategieausrichtung und die Nutzung von Lean Management in der Prozessoptimierung. Denn fast alle Bauunternehmen sind auf das Objektgeschäft, also großvolumige Projekte, angewiesen. Doch obwohl damit nur ein geringer oder gar kein Gewinn verdient wird, macht dieser Bereich oftmals bis zu 80 Prozent der Bautätigkeit aus. Daher haben bereits kleinste Effizienzsteigerungen erfolgssteigernde Wirkung. „Entscheidend für den realen Erfolg ist eine gezielte und effiziente Steuerung“, beschreibt KMU-Berater Peter Haas die Aufteilung aufwendiger Großprojekte in übersichtliche Pakete. „Grundlage ist die standardisierte Arbeitsvorbereitung. Darauf aufbauend wird das Projekt in Einzelschritte aufgeteilt und diese permanent im Soll-/Ist-Vergleich kontrolliert.“

Beständigkeit öffnet neue Märkte und steigert die Umsatzrendite

Zusätzlich kann sich die Bauwirtschaft durch nachhaltiges Wirtschaften mit Hilfe einer entsprechend ausgelegten Unternehmensphilosopie neuen Märkten öffnen oder ihre Produkte werbewirksamer positionieren. Eine Studie der Beratungsgesellschaft Kullmann & Meinen hatte zusammen mit der Hochschule Osnabrück die Beobachtung gemacht, dass erfolgreiche Unternehmen im Schnitt knapp fünf Prozent mehr Umsatzrendite erwirtschaften und dabei häufig besonders nachhaltig agieren.

Hinweis in eigener Sache

Wer über Digitalisierung nicht nur lesen, sondern auch handeln möchte, sollte sich den 1. und 2. April reservieren. Auf dem ersten Handwerkscamp wird die Zukunft am Bau diskutiert. Ob Meisterpflicht und Fachkräftemangel, ob 3D-Betondruck, Drohnen oder digitale Transformation - hier werden Erfahrungen ausgetauscht und wertvolle Kontakte geknüpft. Kostenlose Anmeldung für Handwerker und nähere Infos unter http://handwerkscamp.de

 

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