News, 01.09.2017, Frank Kessler

Bauzulieferer spüren erstmals sinkende Umsätze

Bauzulieferer spüren erstmals sinkende Umsätze

Foto: Roland Riethmüller

Im Bereich Sanitär Heizung Klima gingen die Umsatzzahlen erstmals leicht zurück. Die Gründe könnten an den fehlenden Überstunden und am Personalabbau liegen. Allerdings geht man davon aus, dass sich die Zahlen zum Jahresende wieder bessern. Das Thema Schwarzarbeit hatte dabei keinen großen Einfluss auf das SHK-Geschäft und auf die Baukonjunktur.

Der Großhandel und die Industrie im Bereich Sanitär Heizung Klima klagen Ende August erstmals über zu niedrige Umsatzzahlen. Teilweise liegen die Ergebnisse sogar unter denen des Vorjahres. Dabei kann es sich um Kapazitätsengpässe oder um Verschiebungen im Handwerk handeln, aber es kann auch der Beginn einer abgeschwächten Baukonjunktur sein. Das Trendforschungsinstitut Querschiesser hat im SHK-Handwerk nachgefragt.

Kaum Unzufriedenheit im SHK-Handwerk

Insgesamt gab es zwar für 50 Prozent der befragten Handwerker bis Mitte August nichts zu bemängeln. Sie klagten weder über Umsatzeinbußen noch über anders gelagerte Probleme. Rund 17 Prozent der Befragten erklärten sogar, dass im Moment ein leichter Aufschwung zu verzeichnen wäre. Bei 22 Prozent der Befragten wäre gar eine Umsatzsteigerung möglich gewesen, wenn genügend Kapazitäten vorhanden gewesen wären. Auch einen Auftragsstau verspürten zehn Prozent der Handwerker.

Betrachtet man das Geschäft in den Gewerken, so zeigt sich, dass die Umsätze der Wärmeerzeuger bis zum August diesen Jahres sogar höher lagen als im Vorjahr. Insgesamt waren die Geschäfte bei 24 Prozent der befragten Handwerker besser als im Vorjahr. Nur 17 Prozent meldeten ein schlechteres Geschäft und 59 Prozent meldeten keine großen Unterschiede zum Vorjahr. Die Sparte Heizung konnte sich über einen gestiegenen Umsatz freuen. In den Bereichen Sanitär- und Rohinstallation lagen die Umsätze sogar über den der Sparte Heizung. Von Unzufriedenheit im Handwerk kann also keine Rede sein.

Umsatzrückgang durch Abbau von Personal und Überstunden

Doch woher kommt der Umsatzrückgang? Bei den befragten Betrieben wird deutlich, dass in den letzten zwölf Monaten das Handwerk Personal eher abgebaut habe. Insgesamt macht das einen Anteil von zwei Prozent aus, was den Verlust von 700 Monteuren bedeutet. Davon betroffen war ein Drittel aller befragten Betriebe.

Der Rückgang der Umsätze könnte aber auch auf die fehlenden Überstunden zurückzuführen sein. Rund zehn Prozent konnten mehr Überstunden als im vergangenen Jahr vorweisen. Bei zwölf Prozent lagen die Werte unter dem Vorjahr. Bei 78 Prozent hingegen hat sich gegenüber dem Vorjahr an den Überstunden nichts verändert.

Thema Schwarzarbeit ohne Bedeutung

Der Bereich "Schwarzarbeit" hatte wohl keinen großen Einfluss auf das SHK-Geschäft. Lediglich acht Prozent meldeten einen Anstieg, 17 Prozent der Befragten sogar einen Rückgang.

Folglich zeigen sich zwar im Moment leichte Zeichen einer Abschwächung der Baukonjunktur. Doch gleichzeitig deuten die Signale darauf hin, dass es zum Jahresende wieder besser wird.

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