Beunruhigende Fehlerkosten in der Baubranche

News , 19.12.2013 , Jennifer Brandt Bild zu: Beunruhigende Fehlerkosten in der Baubranche
Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Die Bauwirtschaft ist in Deutschland immer noch sehr erfolgreich. Dies ist natürlich sehr erfreulich, doch trübt sich das Bild bei der Berücksichtigung der deutlichen Höhe der Kosten durch Fehlplanungen etwas. Wäre dies nicht der Fall, könnte die deutsche Bauwirtschaft noch wesentlich besser abschneiden. Dass Fehler passieren, die zu Mehrkosten führen ist plausibel, doch es zeigt sich immer wieder, dass dies in der Baubranche wesentlich häufiger vorkommt als in anderen Branchen.

In der Baubranche bedarf es vieler Planung vor, während und teilweise auch noch nach Projekten. Dabei sind immer viele verschiedene Mitwirkende beteiligt. Nicht umsonst gibt es des Sprichwort „zu viele Köche verderben den Brei“. Es ist schließlich logisch, dass mehr Unklarheiten und Fehler passieren können, je mehr Beteiligte ein Projekt hat. Dennoch muss man in der Bauwirtschaft dafür sorgen, dass die derzeit immens hohen Fehlerkosten von gut neune Milliarden Euro jährlich zurückgehen.

Nach populären Beispielen für Fehlerkosten, wie Stuttgart 21 oder dem Berliner Flughafen BER, hat sich das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut BauInfoConsult einmal mehr mit diesem Thema beschäftigt und im Rahmen seiner Jahresanalyse 2013/2014 eine Umfrage unter Architekten, Bauunternehmern und SHK-Installateuren vorgenommen. Das Ergebnis ist dabei sehr ernüchternd und lässt nicht allzu viel Gutes für die Zukunft hoffen.

Die Umfrage von BauInfoConsult zeigt, dass die Befragten den Anteil der Fehlerkosten am gesamten Branchenumsatz bei durchschnittlich 12 Prozent im Jahr sehen. Für das Jahr 2012 wären das neun Milliarden Euro. Dies ist nicht nur ein erschreckendes Ergebnis, in anderen Branchen könnte man sich das nicht einmal leisten.

Die Umfrageergebnisse würden vermuten lassen, dass man sich zwar über den Ist-Zustand durchaus bewusst ist, jedoch zuversichtlich für die Zukunft. Aber auch hier sieht es anders aus. Immerhin jeder zweite Befragte vermutet, dass die Fehlerkosten in Zukunft gleich hoch bleiben werden. Wesentlich alarmierender ist jedoch die Vermutung jedes siebten Architekten, jedes fünften Bauunternehmers und jedes vierten SHK-Installateurs. Diese erwarten nämlich sogar noch eine Steigerung solcher Kosten bis zum Jahr 2015.

Wenn die deutsche Bauwirtschaft langfristig erfolgreich und wettbewerbsfähig bleiben möchte, muss sich an der Entwicklung der Fehlerkosten einiges ändern. Andernfalls läuft man Gefahr, solche ausufernden Kosten nicht mehr tragen zu können. Dies hätte wiederum verheerende gesamtwirtschaftliche Folgen.