News, 06.07.2017, Frank Kessler

CDU setzt sich für den Meisterbrief der Fliesenleger ein

CDU setzt sich für den Meisterbrief der Fliesenleger ein

Foto: Roland Riethmüller

Immer wieder kommt es in den 53 zulassungsfreien Gewerken zu erheblichen Qualitätsmängeln. Auch die Anzahl von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse sei dramatisch gesunken. Das ist das ungewollte Ergebnis der Abschaffung der Meisterpflicht durch die Novellierung im Jahr 2004. Nun greift die CDU die Forderung des Baugewerbes auf und macht sich für die Wiedereinführung der Meisterpflicht für Fliesenleger stark.

Die Vertreter von Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Handwerk setzen sich bereits seit geraumer Zeit für eine erneute Novellierung der Handwerksordnung ein. Dabei wird ganz konkret der verpflichtende Meisterbrief im Fliesenlegerhandwerk zurückgefordert. "Die Wiedereinführung der Meisterpflicht soll fester Bestandteil des nächsten Koalitionsvertrages werden. Dafür werde ich mich einsetzen. Die von SPD und Grünen im Jahr 2004 vorgenommene Abschaffung war ein folgenschwerer Fehler, der korrigiert werden muss". Das teilte der Generalsekretär der CDU Deutschland, Peter Tauber, in einem Gespräch mit dem Bundesvorsitzenden des Fachverbandes Fliesen und Naturstein mit.

Ungleiche Bedingungen bei Meisterbetrieben und Solo-Selbständigen

Durch die bisherige Regelung profitieren demnach Ein-Mann-Betriebe davon, keine Abgaben für die Berufsgenossenschaft und keine Sozialversicherungsabgaben zahlen zu müssten. Meisterbetriebe sind dadurch oft nicht wettbewerbsfähig. Darüber hinaus ist bis jetzt auch die Zahl der Auszubildenden um ein Drittel gesunken. Bei der Zahl der Meisterschüler sind es sogar 80 Prozent. Experten sprechen daher davon, dass die Handwerksnovelle von 2004 nur negative Folgen mit sich gebracht hätte. So habe auch die Qualität der Arbeiten entschieden darunter gelitten und die Aufhebung der Meisterpflicht die Schwarzarbeit beziehungsweise die Scheinselbstständigkeit begünstigt.

Der Meisterbrief sollte kein Hindernis sein

Die Meisterpflicht sei immer noch ein Garant für gute Qualität, so Tauber. Weiterhin betonte er, dass nur durch den Meisterbrief Ausbildungsplätze im Fliesenlegerhandwerk garantiert seien. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, die duale Ausbildung zu stärken. "Die Durchführung von regelmäßigen Evaluierungen der Meisterschulen soll die Qualität der Meister Ausbildung
fördern."

Der Meisterbrief muss endlich wieder gestärkt werden

Die Leistungen beim Meister-BAföG sollten ebenfalls erhöht werden, damit eine angemessene Vergütung der Meisterschüler auch gewährleistet sei. Schließlich sei es schon lange überfällig, den Meisterbrief wieder zu stärken. Die Politik müsse endlich handeln und den Meisterbrief für alle neuen Betriebe endlich wieder einführen. Das betonte auch der Bundesvorsitzende des Fachverbandes Fliesen und Naturstein im Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), Jürgen Kullmann.

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