Concremote - digitale Überwachung der Festigkeit von Beton

News , 22.02.2019 , Frank Kessler Concremote - digitale Überwachung der Festigkeit von Beton
Foto: Doka

Die Digitalisierung am Bau schreitet auch beim Einsatz des Baustoffs Beton immer weiter voran. Das beste Beispiel ist die Sensorlösung Concremote. Sie liefert die Echtzeitdaten zur Temperaturentwicklung mit der sich die Festigkeitsentwicklung feststellen lässt. Damit ist das Concremote-System eine unterstützende Entscheidungsfindung im Bauablauf und hilft, Zeit und Kosten bei Material und Personal einzusparen.

Ein neues System zur Steigerung der Betonperformance ermöglicht es, die Temperatur in dem Baustoff Beton ständig zu messen. Über Mobilfunk werden die Daten an das Concremote-Rechenzentrum des holländischen Technologieunternehmens Concrefy übertragen. Die Bauunternehmen können die ermittelten Daten mit dem PC, Tablet oder Smartphone abrufen. Das bietet auch im Brückenbau ein enormes Einsparpotential bei den Material- und den Personalkosten. Beim Neubau der Seckachtalbrücke fand dieses System bereits Anwendung. Diese entsteht seit August 2017 in Adelsheim bei Heilbronn. Die Brücke ist rund 290 Meter lang und wird die neue Bundesstraße in Richtung Oberschefflenz über zwei Fahrspuren verbinden. Um Bauzeit einzusparen, wurde gleich zu Beginn die Nutzung des Concremote-Verfahrens vereinbart. Die daraus resultierende Ersparnis beträgt 1,5 Tage pro Takt.

Ersatzneubau der Brücke Petersdorfer See mit Concremote

Auch die Brücke über den Petersdorfer See wird wegen der Schäden an der Metallkonstruktion bereits seit 2015 ersatzweise neu gebaut. Der westliche Brückenteil wurde bereits im Juli 2018 fertiggestellt. Für den östlichen Brückenteil begannen im August 2018 die Abbrucharbeiten. Durch Verzögerungen im Bauablauf kam es zu einem straffen Zeitplan. Auf der gesamten Länge der Brücke - 264 lfm, davon ca. 180 m über dem See - wurde eine ParaTop Konsollösung komplett vorgehalten. Die Schalungstechniker planten einen Verbundschalwagen als Einschalwagen nach dem Prinzip eines Portalkrans um, sodass die Elemente an die jeweilige Position transportiert werden konnten. Auch in diesem Zusammenhang kam Concremote zum Einsatz. Um Zeitersparnisse zu erzielen, wurde Concremote jedoch in verstärktem Maße eingesetzt. Für die Betonage der einzelnen Takte war aus statischen Gründen des Gesamttragwerkes mitunter eine bestimmte Betonfestigkeit des Vorläuftertaktes notwendig: Erreicht werden mussten mindestens 22,5 N/mm², also die Hälfte der Endfestigkeit, bevor der nachfolgende Takt betoniert werden durfte. Auch trotz der winterlichen Temperaturen im März 2018 sorgte Concremote für eine erhöhte Sicherheit und Genauigkeit. Die Oberbauleitung und die Leitung der Abteilung Brückenbau zeigten sich sehr zufrieden mit der Technologie. Die Festigkeit von Beton konnte schneller als erwartet erreicht und der Betonierabschnitt schneller realisiert werden.