Deutsche Bauwirtschaft erwartet ein positives Jahr

News , 04.08.2016 , Frank Kessler Bild zu: Deutsche Bauwirtschaft erwartet ein positives Jahr
Foto: Roland Riethmüller

Der Boom der deutschen Bauwirtschaft scheint nicht abzureißen. Auch das Jahr 2016 verspricht ein sehr erfolgreiches zu werden. So erwartet man ein nominales Wachstum von 3,5 Prozent, welches vor allem durch den Wohnungsbau und Öffentlichen Bau vorangetrieben wird. Dennoch gilt es, sich nicht auf diesem Niveau auszuruhen, sondern kontinuierlich an einer Weiterentwicklung des Baumarktes zu feilen.

Die Bauwirtschaft ist und bleibt einer der Treiber innerhalb der gesamtwirtschaftlichen Lage. Vor allem der anhaltend hohe Bedarf an Wohnraum, aber auch die gestiegene Investitionsbereitschaft im Verkehrswegebau spielen hierbei die wichtigste Rolle. Dabei sollte jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass sich die Branche durchaus noch optimieren kann und vor allem in einigen Bereichen auch innovativer werden muss.

Der Bau als Zugpferd der Konjunktur

Der Start des Jahres war bereits durch milde Temperaturen geprägt, die sich so auch bis zu den Sommermonaten fortsetzen. Dadurch konnten die seit 20 Jahren höchsten Auftragsbestände, die sich bis zum Jahreswechsel angestaut haben,  kontinuierlich abgearbeitet werden. Das führt natürlich automatisch zu einem ausgesprochen positiven ersten Quartal für den Wirtschaftszweig. Die Umsätze lagen demnach um 4,9 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums. Mit einer Auftragsreichweite von 3,4 Monaten ist aber auch das zweite Quartal gesichert gewesen. Dies ist einem Plus  der Auftragseingänge von 13,9 Prozent zu verdanken, welche im ersten Quartal eingegangen sind.

Reform des Baumarktes notwendig

Doch bei allem berechtigten Optimismus  muss man auch dafür sorgen, dass man sich weiterentwickelt. Denn vor allem Stillstand wird kontraproduktiv sein. Nur wer mit der Zeit geht, wird langfristig erfolgreich sein. Um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein, muss eine neue Baukultur geschaffen werden. Dazu rief auch der ehemalige Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Prof. Thomas Bauer, auf. Gemeint ist damit vor allem ein höheres Maß an partnerschaftlicher Zusammenarbeit. Dabei bezieht sich Bauer vor allem auf die Partnerschaft innerhalb der Projektzusammenarbeit. Bei der Projektzusammenarbeit besteht insbesondere bei der Abstimmung zur Planung und dem Bauen ein erhöhtes Verbesserungspotenzial. Dabei sieht Bauer auch Streitbeilegungsmechanismen als notwendig, die bereits im Bauvertrag festgehalten werden sollten. Risiken sollten stets klar berücksichtigt und durch mögliches Bereithalten von Risikobudgets abgefedert werden.

Im Bereich der Digitalisierung am Bau muss man ebenfalls vorankommen. Der Schritt muss vor allem  in Richtung Digitalisierung der Planungs- und Bauprozesse gehen. Die Verabschiedung des „Building-Information-Modeling“-Stufenplans 2020 ist dabei das richtige Signal durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.