News, 05.12.2017, Frank Kessler

Deutsche Energiewende gilt im Ausland als Erfolg

Deutsche Energiewende gilt im Ausland als Erfolg

Foto: Roland Riethmüller

Eine aktuelle Umfrage hat ergeben, dass das Ausland die deutsche Energiewende als Erfolg bewertet. Deren Ziele und die beiden Begriffe Energieeffizienz sowie erneuerbare Energien sind international ein Begriff. Deutschland gilt damit zwar als Vorbild, doch gerade von den Industrienationen erntet die deutsche Energiewende auch Kritik. So wird Deutschland vor allem im Hinblick auf die Emissionsreduzierung gerügt.

Deutschland gehört zu den Ländern, von denen sich andere Nationen gerne etwas abschauen. Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) hat gezeigt, dass auch die deutsche Energiepolitik international als Erfolg angesehen wird. Für die "Energiewende Survey" interviewte die dena 102 Energieexperten aus über 40 Ländern beim internationalen Berlin Energy Transition Dialogue des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im März 2017.

Energiewende international positiv bewertet

Demnach sehen dreiviertel der Befragten die Energiewende als positiv an, nur vier Prozent finden sie negativ. Insgesamt ist das Image in den Schwellen- und Entwicklungsländern mit 84 Prozent besser als in den Industrieländern mit 65 Prozent. Im Wesentlichen wird von 96 Prozent der Befragten der positive Einfluss auf die Innovationskraft, Forschung und Entwicklung geschätzt. Doch auch die Schaffung von Arbeitsplätzen (73 Prozent) und das Erreichen der Klimaziele (87 Prozent) wird der Energiewende zugeschrieben. Allerdings gibt es auch Aspekte, die nicht so gut ankommen. Dazu zählen die Versorgungssicherheit und die Integration in den europäischen Energiemarkt.

Zielerreichung bei der Energieeffizienz in Frage gestellt

Die meisten Länder sind über die beiden großen Ziele der deutschen Energiewende gut informiert: erneuerbare Energien (74 Prozent) und Energieeffizienz (74 Prozent). Während man jedoch den Einsatz von erneuerbaren Energien als umgesetzt bewertet, sieht man bei der Umsetzung der Energieeffizienz deutliche Defizite. Vor allem im Hinblick auf die Emissionsreduzierung gelten bei 57 Prozent der Industrienationen das Ziel als nicht erfüllt.

Das Vorbild Deutschland

Rund 70 Prozent der befragten Experten hatten angegeben, dass sie in ihren Herkunftsländern ebenfalls Strategien zur Energiewende aufgestellt haben. Dabei entfallen circa 66 Prozent auf erneuerbare Energien, gefolgt mit 58 Prozent von Energieeffizienz und Emissionsreduktion von 53 Prozent. International spielt ein Ausstieg aus der Kernenergie mit sieben Prozent fast gar keine Rolle. Für die meisten Länder ist Deutschland ein Land, von dem man durchaus lernen kann. Dabei ist technologisches Know-how aus Deutschland bei den internationalen Experten besonders gefragt. Schwellen- und Entwicklungsländer sind vor allem an Capacity Building und Energiepartnerschaften interessiert.

Die Umfrage "Energiewende Survey" wird einmal im Jahr durchgeführt. Finanziert wird sie vom Bundesministerium für Wirtschaft und vom Auswärtigen Amt. Das Ziel ist die Klärung von drei Fragen: Wie wird die deutsche Energiepolitik international wahrgenommen? Wie gestalten andere Länder ihre Energiewenden? Und inwieweit können Lösungsansätze aus Deutschland als Vorbild dienen?

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