News, 12.05.2016, Roland Riethmüller

Die bestimmenden Trends am Bau

Die bestimmenden Trends am Bau

Foto: Roland Riethmüller

Aus Sicht der Architekten in Deutschland wird deutlich, welches Thema die Baubranche im Jahr 2016 wirklich fest im Griff haben wird: Denn einstige Top-Themen wie Barrierefreiheit, Smart-Home und der Fachkräftemangel spielen nur noch eine deutlich geringere Rolle. So sind es vor allem die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, die in diesem Jahr die Ton angebenden Trendthemen sind.

Welche Entwicklungen bestimmen die Bauwirtschaft und die Installationsbranche in Deutschland? Diese Frage hat das Düsseldorfer Marktforschungsinsititut BauInfoConsult mit Hilfe einer telefonischen Umfrage unter 180 Architekten geklärt und dabei sowohl zu erwartende Ergebnisse als auch erstaunliche Erkenntnisse hervorgebracht.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit dominieren

Das wichtigste Thema in Deutschland ist nach wie vor die Energieeinsparung und Energieeffizienz. Mit 53 Prozent sind demnach über die Hälfte der Architekten von diesem Trendthema überzeugt. Doch auch die Verschärfung der energetischen Mindestanforderungen durch die EnEV 2016 stellen für 27 Prozent der Befragten einen wesentlichen Trend dar. Doch auch die Nachhaltigkeit wird von 36 Prozent der Architekten als sehr einflussreiches Thema gesehen. Gesundes Wohnen nennen noch einmal zwölf Prozent der Befragten. Damit wird deutlich, dass energie- und umweltbezogene Themen in der Baubranche den Ton angeben.

Demographie und Barrierefreiheit verlieren an Bedeutung

Nur noch gut ein Viertel (26 Prozent) der Architekten halten die Demographie und damit die Barrierefreiheit für ein Thema, das den Bau stärker beeinflussen wird. Vor zwei Jahren lag die Bedeutung von barrierefreiem Bauen noch bei 46 Prozent. Auch die Erhöhung der Sicherheit (16 Prozent), des Komforts (14 Prozent) sowie die erhöhten Baupreise werden laut den befragten Architekten die Bau- und Installationsbranche weniger bestimmen.

Wachstumstreiber Wohnungsbau kaum noch bedeutend

Besonders erstaunlich ist, dass der einstige Wachstumstreiber Wohnungsbau durch steigende Flüchtlingszahlen für 2016 nur noch für zwei Prozent ein bestimmendes Thema ist. Doch auch insgesamt halten nur noch 13 Prozent die Schaffung von Wohnraum in Ballungsgebieten und neun Prozent die Zunahme vom Geschoss- oder Mietwohnbau für bedeutsam.

Fachkräftemangel hat nur geringen Einfluss auf die Entwicklung am Bau

Auch das einstige Schreckgespenst Fachkräftemangel hat laut den Architekten an Bedeutung verloren. Nur noch elf Prozent sehen darin eine nennenswerte Einflussnahme für die Bauwirtschaft. Doch nur zwei Prozent sehen eine Entspannung durch z.B. den Einsatz von Flüchtlingen.

Eine ebenso geringe Rolle spielt der einstige Hoffungsträger Smart-Home, der lediglich von elf Prozent der befragten Architekten für ein Thema gehalten wird, dass die Baubranche nachhaltig bestimmen wird. Weitere Nennungen waren die Steuererleichterungen für energetische Modernisierung (acht Prozent), komplizierte Bauprozesse (sechs Prozent) sowie stärker dämmende und leistungsfähigere Produkte (fünf Prozent).

Aktuelle Umfrage:
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