Digitalisierung im Wohnungsbau beeinflusst Smart Cities

News , 22.06.2017 , Roland Riethmüller Digitalisierung im Wohnungsbau beeinflusst Smart Cities
Foto: Roland Riethmüller

Auch Städte und Kommunen können nicht auf die Digitalisierung bei Stadtplanung und Wohnungsbau verzichten, wenn sie handlungsfähig und unabhängig bleiben wollen. Das hat eine aktuelle Untersuchung zu den zentralen Einflussfaktoren von Smart Cities ergeben. Digitalisierung muss zu einer strategischen Aufgabe werden, wobei vier wesentliche Faktoren für eine Smart-City-Charta für Deutschland von Bedeutung sind.

Die neue digitale Technik nimmt immer mehr Raum in allen Bereichen von Städten und Kommunen ein. Noch bis zum Jahr 2007 fand der Begriff Digitalisierung bei der Städteplanung überhaupt keine Bedeutung. Das hat sich erst in letzter Zeit deutlich gewandelt. Erst im Jahr 2015 wurde der Begriff Digitalisierung von den Städteplanern in die Stadtentwicklung mit aufgenommen. Nun stellt sich die Frage, wie die Digitalisierung den Wohnungsbau in den Städten beeinflussen wird. Aus einer gemeinsamen Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers WPG GmbH (PwC) und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (Fraunhofer IAO) geht hervor, dass sich die Städte und Kommunen stärker und intensiver mit der Digitalisierung beschäftigen müssen. “Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft wird unsere Städte und Gemeinden ähnlich verändern wie damals das Automobil oder die Industrialisierung. Agilität und Innovationsfähigkeit werden für Stadtverwaltungen zu neuen Schlüsselkompetenzen für die digitale Transformation”, prognostiziert Damian Wagner, Projektleiter Fraunhofer IAO.

Digitalisierung verstehen und anwenden

Doch noch fehlt es an entsprechenden Einrichtungen für Daten und Digitales. Auch müssen zentrale Ansprechpartner etabliert werden, die Strategien entwickeln und die Datenhoheit als Standortfaktor begreifen. Gleichzeitig bedeutet das für die Kommunen, dass sie auf die Bedürfnisse der Wirtschaft einstellen müssen. Es wird deshalb eine flexiblere Stadtplanung, eine zentrale Steuerungs- und Koordinationseinheit und eine kommunale Daten- und Kommunikationsinfrastruktur gefordert.

Bürgerbeteiligung und digitale Integration

Barrieren müssen durch den Einsatz der neuen Technologien beseitigt und das Denken anwenderfreundlicher gestaltet werden. Dazu gehört auch, die Bürgerinnen und Bürger in die Planungsprozesse mit einzubeziehen. Digitale Beteiligungsmodelle sind demnach ebenso wichtig wie die Nutzung von Big Data aus den Smart Cities. "Stadtpolitik muss die Technologien in das Planungshandeln integrieren und sie für eine ökologisch, sozial und wirtschaftlich ausgewogene Stadtentwicklung nutzen. Es kommt darauf an, möglichst allen Menschen einen einfachen Zugang zu den neuen Technologien zu ermöglichen und Barrieren abzubauen. Nur so lässt sich Bürgerbeteiligung intensivieren und einer digitalen Spaltung entgegenwirken." erklärte Harald Herrmann, Direktor BBSR. Schließlich lässt sich die Attraktivität einer Kommune daran messen, wie hoch ihr Digitalisierungsfortschritt vorangekommen ist.