News, 17.03.2017, Roland Riethmüller

Endlich Diebstahl auf Baustellen eindämmen

Endlich Diebstahl auf Baustellen eindämmen

Foto: Roland Riethmüller

Weil auf Baustellen der Diebstahl an der Tagesordnung ist, steigen oftmals die Kosten und der Ärger. Hier ist der Staat gefordert, für Ordnung zu sorgen. Doch Polizei und Justiz sind unterbesetzt und nicht mehr in der Lage, diesen Schutz zu bieten. Die Bauindustrie fordert nun, das Thema in den Wahlkampf aufzunehmen und das Personal entsprechend aufzustocken.

Baustoffe, kleine Maschinen oder einfach nur der Treibstoff – auf deutschen Baustellen wird geklaut, was nicht niet- und nagelfest ist. Der zunehmende Diebstahl auf Baustellen belastet dabei vor allem die Bauunternehmen. Denn dem Diebstahl folgt meistens ein unzumutbarer bürokratischer Aufwand bei freundlichen, aber dennoch chronisch unterbesetzten Justizbeamten.

Baustellen besser schützen

Auch in Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der Diebstahl-Delikte auf Baustellen. Dies führt zu Kostensteigerung und zeitlichen Verzögerungen im Betriebsablauf bestehender Baustellen. Daher fordert der Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen ein konsequenteres Eingreifen der Polizei. "Wer neue Wohnungen, Straßen und Leitungen will, muss unsere Baustellen besser schützen", findet auch Prof. Beate Wiemann, die Hauptgeschäftsführerin des Bauinstrieverbands. "Die Entstehung neuer Quartiere und die Sanierung unserer Straßen und Brücken läuft nur dann reibungslos, wenn unsere Bauabläufe ungestört bleiben."

Engpässe bei Polizei und Justiz beseitigen

Mehr Polizei und eine schnellere Justiz sind durchaus wirksame Maßnahmen zur Eindämmung des Problems. Daher fordert der Bauindustrieverband NRW alle Parteien auf, die innere Sicherheit bei der Landtagswahl stärker zu thematisieren. Gleichzeitig bedürfe es neben der Personalaufstockung bei Polizei und Justiz auch zügigeren Gerichtsverfahren zur wirksamen Abschreckung.

Die Personalaufstockung würde gleichzeitig auch ein weiteres Problem lösen: die Zeitverzögerungen durch Verspätungen in der Baustellenlogistik. Denn mangels Personal bei der Polizei konnten in der Vergangenheit teilweise Schwertransporte nicht zur Baustelle begleitet werden. Da dies jedoch Pflicht ist, wurden Schwertransporte kurzerhand gestoppt oder konnten gar nicht erst losfahren. Wiemann betont, dass der Schutz von Baustellen und die Begleitung von Schwertransporten eine Kernaufgabe des Staates sei. "In den letzten Jahren wurde in Nordrhein-Westfalen jedoch nicht genügend in Personal und die Ausstattung von Polizei, Sicherheitsbehörden und Justiz investiert. Das muss sich ändern, denn Bauen und Sicherheit gehen Hand in Hand."

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