News, 18.04.2017, Frank Kessler

Erneuter Anstieg der Ausbildungsverträge im Handwerk

Erneuter Anstieg der Ausbildungsverträge im Handwerk

Foto: Roland Riethmüller

Wie im Vorjahr konnte die Zahl der Ausbildungsverträge im Handwerk im vergangenen Jahr erneut gesteigert werden. Dies ist das Ergebnis des kürzlich vorgelegten Berufsausbildungsberichts 2017. Demnach bleibt die Integration von Geflüchteten und die Besetzung offener Ausbildungsstellen die größte Herausforderung für das Handwerk. Gleichzeitig kann jedoch nicht von einer nachlassenden Ausbildungsbereitschaft gesprochen werden, denn vor allem die kleinen Betriebe verfälschen etwas die Statistik.

In Zeiten vom Fachkräftemangel im Handwerk sprechen die Zahlen für sich: Im Jahr 2016 wurden 142.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Damit sind die Neueinstellungen für eine Ausbildung bereits im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Das zeigt auch, dass sich im Handwerk sehr gute Aufstiegs-und Karrierechancen gerade für junge Menschen bieten. Das teilte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) anlässlich des vorgestellten Berufsausbildungsbericht 2017 auf Befragen mit.

Eine weitere und zentrale Herausforderung bleibt die Integration der Geflüchteten auf diesem Sektor. Das bisherige Engagement der deutschen Wirtschaft wurde in diesem Bericht besonders gelobt. Rund 4.600 Menschen aus den Flüchtlingsländern konnten einen Ausbildungsplatz im deutschen Handwerk finden. Die meisten dieser neuen Auszubildenden kommen aus den Ländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Somalia, Pakistan und, Syrien. Weitere junge Flüchtlinge erhielten einen Praktikumsplatz oder befinden sich in berufsorientierten Maßnahmen oder in Ausbildungsvorbereitungskursen.

Viele Ausbildungsstellen sind nach wie vor unbesetzt

Noch immer gibt es eine hohe Zahl an nicht besetzten Ausbildungsstellen. Rund 14.000 Stellen im Handwerk konnten im letzten Jahr nicht besetzt werden. Betroffen sind insbesondere die Kleinbetriebe, die Probleme haben, geeignete Auszubildende zu finden. Sie unterstützen mit Nachhilfeangeboten und engagieren sich besonders im Umfeld. Dabei hat sich aus Sicht der Jugendlichen die Situation am Ausbildungsmarkt sehr stark verbessert. Insgesamt wurden 517.789 freie betriebliche Stellen gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr ergibt das ein Plus von 18.386 Stellen.

Angebot und Nachfrage

Auch zugunsten der Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildung sind, hat sich das Verhältnis deutlich verbessert. Aus Sicht der Handwerksbetriebe will man die offenen Stellen auch besetzen. Die 14.000 unbesetzten Ausbildungsstellen machen acht Prozent der Gesamtwirtschaft aus. Von einer nachlassenden Ausbildungsbereitschaft kann aber nicht die Rede sein. Stellt nämlich ein Kleinbetrieb nur einen Platz für die Ausbildung bereit und wird dieser nicht besetzt, so wirkt sich das negativer auf die Statistik aus, als wenn ein Großbetrieb mehrere Ausbildungsplätze nicht besetzen kann. Dieser bleibt dann mit seinen Zahlen trotzdem noch im Rahmen. Von daher ist es erfreulich, dass mehr Ausbildungsplätze besetzt werden konnten.

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