News, 15.05.2017, Roland Riethmüller

Ernüchternde Situation beim digitalen Bauen

Ernüchternde Situation beim digitalen Bauen

Foto: Roland Riethmüller

Aufgrund der hohen Fehlerkosten und zeitlichen Verzögerungen sucht die Bauwirtschaft nach Möglichkeiten zur Optimierung. Das digitale Planen und Bauen in fünf Dimensionen scheint die Lösung. Doch während Architekten sich zögerlich mit dem Prozesstool beschäftigen, sieht die Situation bei Herstellern und Ausführenden noch ganz anders aus. So wird es wohl noch etwas dauern, bis sich das Bauen 4.0 durchsetzen wird.

Ob Stuttgart 21 oder der Berliner Großflughafen BER - viele Großprojekte der Gegenwart sind kostentechnisch und zeitlich deutlich aus dem Ruder gelaufen. Daher hat das Bundesverkehrsministerium als größter öffentlicher Bauherr die stufenweise Einführung von Building Information Modeling (BIM) initiiert. Ab dem Jahr 2020 sollen dann alle öffentlichen Infrastrukturprojekte mit diesem ganzheitlichen Planungs- und Ausführungsverfahren umgesetzt werden.

Architekten arbeiten zögerlich mit BIM

Jedes Bauvorhaben fängt bei der Planung an. Daher müssen sich Architekten aktuell mit dem Thema BIM deutlich intensiver beschäftigen als alle anderen am Bau Beteiligten. Bisherige zweidimensionale Planungen werden in einem 3D-Modell umgesetzt und um die zwei Dimensionen Zeit und Kosten ergänzt. So entsteht eine einheitliche Datenbasis, auf die im Anschluss alle weiteren Planungs- und Ausführungsschritte aufbauen. Doch wie weit das Thema tatsächlich vorgedrungen ist, zeigen zwei aktuelle Umfragen.

BIM ist bei über der Hälfte der Hersteller noch kein Thema

Eigentlich müsste das Thema BIM bei Herstellern ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Doch laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinsituts BauInfoConsult unter 56 Herstellern aus der Baubranche verfügen erst 29 Prozent über BIM-kompatible Produktinformationen. 52 Prozent arbeiten noch gar nicht mit BIM, von denen nur 18 Prozent kurzfristig das Thema umsetzen wollen.

Nur ein Bruchteil der SHK-Handwerker hat bereits mit BIM gearbeitet

Doch auch auf der Seite der Installateure zeigt sich, dass das Thema BIM noch nicht angekommen ist. So hat das Marktforschungsinstitut Querschiesser 593 SHK-Handwerker nach ihren Erfahrungen gefragt. Demnach sind erst fünf Prozent mit dem Thema in Berührung gekommen. Vor allem über die Handwerkskammern und die Fachpresse haben zwar viele Installateure bereits vom Bauen 4.0 gehört, haben sich jedoch kaum damit beschäftigt, geschweige denn damit gearbeitet.

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