News, 13.07.2017, Frank Kessler

Fehlende Nachfolgeregelung bedroht Baugewerbe

Fehlende Nachfolgeregelung bedroht Baugewerbe

Foto: Roland Riethmüller

Jedes Unternehmen muss irgendwann an eine Nachfolgeregelung denken. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass nur ein geringer Teil der Betriebe die Unternehmensnachfolge tatsächlich geregelt hat. Experten aus Industrie und Baugewerbe haben kürzlich über dieses Thema diskutiert und fassen zusammen, dass für eine Zukunftssicherung im Baugewerbe die Nachfolge in den Betrieben besser geregelt werden muss.

Jedes Jahr finden altersbedingt circa 1.000 Unternehmensnachfolgen statt. Für den sächsichen Wirtschaftsminister Martin Dulig ist das Gelingen einer Unternehmensnachfolge ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Fortbestehen eines Betriebes. Ein Unternehmer möchte sein Lebenswerk in fähige Hände geben und den Erfolg sicherstellen. Um diese Herausforderung zu bewältigen, bietet der Freistaat Sachsen ein breites Angebot an Beratungen, Finanzierungsmöglichkeiten und Informationsveranstaltungen an.

Welche Informationen werden zur Nachfolgeregelung benötigt?

Um herauszufinden, welcher Bedarf an Informationen besteht und welche Herausforderungen zu erwarten sind, haben die sächsischen Industrie- und Handelskammern zusammen mit dem sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, den Handwerkskammern und dem Landesverband der freien Berufe eine Umfrage ins Leben gerufen. Von Herbst 2016 bis Frühjahr 2017 fand eine Befragung von 2.764 Unternehmen statt. Diese ergab, dass fast zwei Drittel der Unternehmen keine konkrete Nachfolgeregelung getroffen haben. Gerade einmal knapp die Hälfte hat sich noch nicht für eine Nachfolgeart entschieden, ob das Unternehmen verkauft, verschenkt oder verpachtet werden soll. Eine familieninterne Nachfolge wird von 27 % der Befragten angestrebt, während 20 % eine Schließung planen.

Kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf

Kristian Kripal ist Präsent der IHK in Leipzig und weist darauf hin, dass eine Unternehmensnachfolge einige Jahre lang dauern kann. Es handelt sich hierbei um einen Langstreckenlauf, nicht um einen Sprint. Es müssen viele Punkte bedacht werden. Außerdem sollte eine Notfallplanung vorhanden sein.

Wissen nutzen

Der Handwerkskammerpräsident aus Leipzig Claus Gröhn hat einen Ratschlag für Betriebsinhaber. Sie sollen sich das Wissen von Nachfolgeexperten zunutze machen. Diese unterstützen das Unternehmen dabei, dass es nach der Nachfolge bestehen bleibt und dass keine Gelder oder Arbeitsplätze unnötig verloren gehen. Gerade Unternehmer haben im Alltag nur wenig Zeit für das Thema Nachfolge. Umso wichtiger ist es, sich von Experten beraten zu lassen.

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