News, 09.11.2017, Frank Kessler

Gebremste Baukonjunktur - Ende vom Sommerhoch?

Gebremste Baukonjunktur - Ende vom Sommerhoch?

Foto: Roland Riethmüller

Das Sommerhoch neigt sich offenbar dem Ende zu. Seit April befindet sich das Wachstum auf dem Tiefstand und die Baukonjunktur verliert immer mehr an Fahrt. Die Bauindustrie hofft daher auf mehr Planungssicherheit und die Absicherung der Investitionen durch den Bund. Denn obwohl der öffentliche Hochbau immer noch mit guten Zahlen glänzen kann, ist das Schlusslicht in den anderen Bausparten die öffentliche Hand.

Seit April geht es mit der Baukonjunktur stetig bergab und das Wachstum der Auftragseingänge wird immer mehr abgebremst. Nun hofft man aus Berlin auf neue Impulse für bezahlbaren Wohnraum, bessere Verkehrswege und neue Breitbandnetze. Das geht aus einer Stellungnahme von Frau Prof. Beate Wiemann hervor, der Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen.

Forderung nach einem gemeinsamen Ministerium für Bauen und Verkehr

Denn geht es nach dem Willen der Bauindustrie, so müsse wieder ein gemeinsames Ministerium für Wohnen, Bauen und Verkehr geschaffen werden. Die Trennung in Bau, Umwelt, Verkehr und digitale Infrastruktur hat sich nicht bewährt. Immerhon ist die Förderung von Wohnraum ohne einen gut ausgebauten öffentlichen Personen-Nahverkehr nur halbfertig. Es wäre daher an der Zeit, dass diese Bereiche wieder unter einem Dach vereint werden. Nicht vergessen sollte man dabei, dass der Bund einen Großteil des Budgets in die Bauwirtschaft steckt. Alle Bausparten verzeichneten bis August 2017 ein Plus von 13,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Auftragsvolumen entspricht 7,673 Milliarden Euro. Deshalb erhofft sich die Bauindustrie mehr Planungssicherheit angesichts der sinkenden Wachstumsraten. Die Investitionen müssen auch in Zukunft gesichert sein. Mit rund 1,6 Milliarden Euro liegt der Wohnungsbau aktuell rund 10,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Öffentliche Hand ist Schlusslicht in der Baukonjunktur

Bei der Baukonjunktur im Straßenbau ist ein solides Wachstum von 12,5 Prozent zu verzeichnen. An der Spitze steht jedoch immer noch der von privaten Auftraggebern beauftragte Wirtschaftsbau. Insgesamt kommt dieser auf einen Zuwachs von 20,6 Prozent. Das entspricht einem Auftragsvolumen von 3,669 Milliarden Euro. Im Wirtschaftstiefbau beträgt der Anstieg sogar 22,5 Prozent, was 1,146 Milliarden Euro gleichkommt. Obwohl die öffentliche Hand im Hochbau auf ein Plus von 10,6 Prozent kommt, ist sie dennoch das Schlusslicht in der Baukonjunktur. Hier stagniert die Entwicklung, denn der Auftragszuwachs ist gerade im Tiefbau mit 0,7 Prozent zu gering und entspricht nicht den Erwartungen.

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