Großes Interessen an Digitalisierung im Bauhandwerk

News , 11.01.2016 , Roland Riethmüller Bild zu: Großes Interessen an Digitalisierung im Bauhandwerk
Foto: KfW-Bildarchiv / Frank Homann

Mit wachsender Verbreitung vom Internet nutzen immer mehr Wirtschaftsbranchen digitale Möglichkeiten. So macht die Digitalisierung auch vor dem Bauhandwerk nicht halt. Doch wie stehen Handwerksmeister zur “Digitalen Revolution” und wie digital sind die Betriebe heute schon aufgestellt? Eine Blitzumfrage hat interessante Ergebnisse zutage gefördert. In bestimmten Bereichen ist die Digitalisierung bereits selbstverständlich, in anderen jedoch noch überhaupt nicht angekommen.

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran und hält in jeden Lebensbereich Einzug. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) Ende 2015 bekannt gab, nutzen bereits 85 Prozent aller Deutschen das Internet für private Zwecke. Betrachtet man die Altergruppen genauer, so wird deutlich, dass das Internet für die unter 44-Jährigen zu einer alltäglichen Selbstverständlichkeit geworden ist: 99 bis 100 Prozent sind demnach online unterwegs.

Schon fast die Hälfte der über 65-Jährigen nutzt bereits das Internet

Doch auch die Älteren nutzen verstärkt digitale Medien. Bei den 45- bis 64-Jährigen sind es immerhin noch 90 Prozent und noch fast jede zweite Person über 65 öffnet sich den digitalen Welten. Das Potential für das Bauhandwerk ist also gewaltig.

Dringlichkeit der Digitalisierung fürs Bauhandwerk

Bedenkt man zusätzlich noch, dass laut der GfK-Studie der ARD/ZDF-Medienkommission bereits 44,5 Millionen Deutsche das Internet sogar täglich nutzen, wird die Dringlichkeit für eine Digitalisierung im Handwerk besonders deutlich. Auch durch den Ausbau der Breitbandverbindungen wird die Nutzung flächendeckend auch in den ländlichen Gebieten noch weiter ansteigen.

Die Einstellung vom Bauhandwerk zur “Digitalen Revolution”

Der Fachverband Sanitär Heizung Klima, Nordrhein-Westfalen (SHK NRW) hat daher Ende letzten Jahres eine Blitzumfrage gestartet und die Mitgliedsbetriebe danach befragt, wie digital sie aufgestellt sind. 280 SHK-Betriebe haben darin ihre unternehmerische Einstellung zur “Digitalen Revolution” Preis geäußert.

Hohes Interesse an Digitalisierung

Die Digitalisierung wird demnach bereits heute schon von vielen SHK-Innungsbetrieben in Nordrhein-Westfalen als wichtig erachtet. Nur sieben Prozent der befragten Betriebsinhaber zeigen wenig oder gar kein Interesse. 12 Prozent sind interessiert an den notwendigen Maßnahmen zur Digitalisierung und 81 Prozent haben sogar hohes Interesse an einer umfassenden Digitalisierung des Betriebs.

Digitalisierung ist Chefsache

47 Prozent der Betriebsinhaber geben an, dass sich ihre Mitarbeiter zum Thema Digitalisierung weiterbilden. Während 28 Prozent ihren Mitarbeitern keine Weiterbildung zu diesem Thema zugestehen, haben immerhin 25 Prozent das Thema in der Planung. Allerdings bilden sich jetzt schon 62 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer selbst aktiv weiter oder haben es zu 20 Prozent geplant. Nur 18 Prozent wollen sich nicht näher mit der Digitalisierung beschäftigen.

Kunden- und Auftragsverwaltung erfolgt digital

Schon heute ist das Thema Kunden- und Auftragsverwaltung digital in den Betrieben angekommen. Bereits 98 Prozent der Handwerksbetriebe kommuniziert per eMail mit den Kunden. Fast wie selbstverständlich erstellen 97 Prozent ihre Angebote digital und pflegen zu 94 Prozent die Kundendaten in elektronischer Form in CRM-Systemen. 92 Prozent der Unternehmen verwalten sogar die Projekte digital.

Wenig digitale Prozesse in Betrieben

Hinsichtlich digitaler Prozessketten ist das Bauhandwerk jedoch weniger gut aufgestellt. Lediglich die allgemeinen Marktpartnerprozesse werden von 87 Prozent der befragten Betriebe digital abgebildet. Mobile Geräte kommen immerhin noch in 63 Prozent der Betriebe zum Einsatz, während die software-gestützte Kundenberatung nur noch bei 34 Prozent verwendet wird. Digitale Zeiterfassung ist in 14 Prozent aller Fälle ebenso eine Ausnahme wie ein digitales Werkzeugmanagement mit fünf und eine eigener Online-Shop mit vier Prozent.

Schwache Digitalisierung im Marketing

Ebenso gering ist die Verbreitung der Digitalisierung im Marketing vieler Handwerksbetriebe. Zwar verfügen 87 Prozent über eine eigene Website oder Visitenkarte im Netz. Doch nur 31 Prozent der Webseiten sind responsive, also auch auf mobilen Endgeräten gut lesbar. Nur 21 Prozent der Betriebe nutzt soziale Medien.

Die betriebsinterne Kommunikation über Whatsup ist dabei ebenso eine Randerscheinung wie der Einsatz einer Raumbrille als Hilfsmittel im Badverkauf. Potential wird dagegen vor allem im Bereich Smart-Home und Cloud-Computing gesehen. Außerdem fragen sich so manche Handwerksmeister, wie sie die Mitarbeiter für die zunehmende Digitalisierung begeistern können.

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