News, 28.08.2018, Frank Kessler

Haftung der Handwerker beim Abschluss von Werkverträgen

Haftung der Handwerker beim Abschluss von Werkverträgen

Foto: Roland Riethmüller

Beauftragt ein Kunde einen Handwerker mit der Ausführung eines Auftrags, vereinbaren Auftraggeber und Auftragnehmer darüber in der Regel einen Werkvertrag. Aus solchen Werkverträgen entstehen dem Handwerker zwei wesentliche Pflichten. So muss der Handwerker nicht nur die vereinbarte Leistung erbringen, sondern übernimmt auch die Haftung dafür, dass bei Ausführen des Auftrags weder Eigentum noch Interessen des Kunden durch die Art der Auftragsausführung beeinträchtigt werden. Dabei haftet der Handwerker auch für Schäden, die durch seine Mitarbeiter verursacht werden.

Anders als zum Beispiel bei Büroarbeiten, entstehen bei der Ausführung von Handwerksleistungen oft Schadenersatzansprüche der Kunden gegen den ausführenden Handwerker. Darüber hinaus reichen bei Handwerksleistungen bereits kleine Fehler, um einen großen Schaden anzurichten. Man denke dabei zum Beispiel an das eigentlich simple Setzen eines Dübels. Wird dabei aus Unachtsamkeit eine Wasserleitung angebohrt, kann ein Wasserschaden entstehen, der nicht nur wertvolle Einrichtungsgegenstände beschädigen, sondern sogar die Bausubstanz eines Gebäudes beeinträchtigen kann.

Der Unternehmer haftet auch bei Fahrlässigkeit seiner Mitarbeiter

Bei solchen Schäden gilt die Regel der so genannten Arbeitnehmerhaftung. Aus dieser ergibt sich, dass nicht der unmittelbare Verursacher des Schadens dem Kunden gegenüber haftet, also zum Beispiel der mit der Arbeit vom Unternehmer beauftrage Geselle. Vielmehr richten sich die Schadenersatzansprüche gegen den Unternehmer, bei dem der betreffende Mitarbeiter beschäftigt ist. Dazu der Versicherungsexperte Michael Staschek von der Nürnberger Versicherung: "Der Unternehmer trägt die komplette Verantwortung für seinen Betrieb und seine Mitarbeiter. Für verursachte Schäden muss er demnach auch haften." Zwar kann der Unternehmer bei einem solchen Schadensfall seinen Angestellten unter bestimmten Umständen wegen der Schadenersatzansprüche in Regress nehmen. Die Durchsetzbarkeit einer Regressforderung ist jedoch nur dann gegeben, wenn der Unternehmer dem unachtsamen Mitarbeiter eine außergewöhnliche Fahrlässigkeit bei Ausführung seiner Arbeit nachweisen kann. Aber selbst dann ist die Haftung des Mitarbeiters seinem Arbeitgeber gegenüber begrenzt, denn die Höhe solcher Regressforderungen des Handwerkers wegen der Pflicht zum Schadensersatz darf nicht die wirtschaftliche Existenz des Mitarbeiters gefährden. Bei höheren Schadenssummen bleibt der Unternehmer deshalb trotz seiner berechtigten Regressansprüche oft auf seinem Schaden sitzen.

Wirksamer Schutz bei Haftung aus Schadenersatzansprüchen

Eine Betriebshaftpflichtversicherung ersetzt im Schadensfall nicht nur Sach- sondern auch Personenschäden sowie Kosten für Krankenhausaufenthalte, ärztliche Behandlung, Reha-Maßnahmen, Schmerzensgeld, Verdienstausfall und ggf. auch Renten. Zusätzlich sind sogar Prozesskosten zur Abwehr unberechtigter Schadenersatzansprüche mit einer Betriebshaftpflichtversicherung abgesichert. Schon diese Vielfalt der möglichen Schadensarten lässt erkennen, dass die Schadenshöhen bei Inanspruchnahme aus einer bestehenden Betriebshaftpflicht schnell Millionenhöhe erreichen können. Haftung wegen Schadenersatz kann einen Handwerksbetrieb deshalb schnell in seiner Existenz bedrohen. "Das Risiko, bei Handwerksarbeiten einen Schaden anzurichten, ist groß. Der entsprechende Versicherungsschutz ist deshalb ein Muss, um durch hohe Schadenersatzansprüche nicht die eigenen Existenz fürchten zu müssen", empfiehlt Staschek und rät deshalb zum Abschluss von Betriebshaftpflichtversicherungen mit hohen Deckungssummen im Bereich von ca. 3 bis 5 Millionen Euro pro Versicherungsfall.