News, 13.03.2017, Frank Kessler

Handwerk gibt Integrationshilfe für Flüchtlinge

Handwerk gibt Integrationshilfe für Flüchtlinge

Foto: Roland Riethmüller

Das Handwerk leistet einen wesentlichen Beitrag in der Integrationsarbeit im Bereich Flüchtlinge. Eine Studie zeigt, dass Flüchtlinge gute Chancen haben, in der Handwerksbranche einen erfolgreichen Abschluss zu erreichen. Für die sprachlichen und kulturellen Hürden haben sich "Kümmerer" bewährt. Diese begleiten nicht nur die Auszubildenden, sondern helfen den Betrieben, mit entstandenen Problemen umzugehen und sie zu lösen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) haben im Jahr 2015 ein Integrationsprojekt zur Integration von Jugendlichen aus Flüchtlingsgebieten in Handwerksberufen durchgeführt. Der Abschluss wurde vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk der Universität Göttingen (ifh) durchgeführt. Die Studie zeigt, dass das Handwerk gute Voraussetzungen schafft, um einen Lehrabschluss zu erreichen. Dazu gehören kompetente Organisationen, die gut vernetzt sind und über gut ausgestattete Bildungszentren verfügen.

Hürden überwinden durch “Kümmerer”

Werden Jugendliche aus Flüchtlingsländern in ein Unternehmen integriert, kommt es in den meisten Fällen zu sprachlichen, rechtlichen und interkulturellen Konflikten. Aus diesem Grund wurden die "Kümmerer" ins Leben gerufen. Sie kümmern sich auf der einen Seite um die Belange der Jugendlichen, stehen aber auch den Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite. Darüber hinaus kümmern sich die “Kümmerer” um die privaten Belange der Jugendlichen und helfen ihnen, notwendige Formulare auszufüllen und Anträge zu stehen. Gleichzeitig haben sie ein offenes Ohr für die Probleme der jungen Menschen und unterstützen sie bei der Konfliktlösung, die durch die unterschiedlichen Kulturen entstehen können. Eben solche interkulturellen Konflikte entstehen in Unternehmen, wenn beispielsweise Sprachbarrieren eine problemlose Kommunikation zwischen Jugendlichen untereinander oder zwischen Jugendlichen und Ausbildern unmöglich machen.

Flüchtlinge bieten Potential und Reibung gleichermaßen

Das Ergebnis der Studie besagt deshalb, dass die Integration von Flüchtlingen nur funktionieren kann, wenn während der Ausbildung eine ausreichende Begleitung durch die "Kümmerer" gegeben ist. Die Unternehmen verzeichnen zwar ein deutlich höheres Maß an Engagement, Geschick und Verlässlichkeit bei Flüchtlingen, beobachten aber dennoch, dass es häufiger zu Reibungspunkten kommt.

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