Herausforderung Holzverarbeitung - Handwerksbetriebe im Wandel

News , 03.05.2019 , Frank Kessler Herausforderung Holzverarbeitung - Handwerksbetriebe im Wandel
Foto: Roland Riethmüller

Erstmals wurde durch einen Holzgroßhändler eine Umfrage unter Handwerksbetrieben durchgeführt. Die Studie ergab, dass die Kundenansprüche an holzverarbeitende Handwerksbetriebe sehr stark gewachsen sind. So ist in den letzten Jahren vor allem die Nachfrage nach holzfremden Werkstoffen gestiegen und hat damit das Berufsbild im Holzhandwerk nachhaltig verändert. Dieser Herausforderung müssen sich immer mehr Betriebe bei der Holzverarbeitung stellen.

Als einer der größten Holzgroßhändler in Deutschland hat die Firma Becher zwischen November 2018 und Februar 2019 eine groß angelegte Umfrage gestartet, bei der mehr als 1.100 Betriebe aus der Holzverarbeitung teilgenommen haben. "Uns liegt es am Herzen, mehr über die täglichen Herausforderungen und Bedürfnisse unserer Kunden zu erfahren", erklärt Julia Kornek-Strack, Marketing und Kommunikation bei Becher. “Aus diesem Grund sind wir den Schritt der umfassenden Umfrage gegangen, um unseren Kunden künftig noch mehr Service und die passenden Hilfestellungen bieten zu können.” Es waren bei der Befragung Mehrfachantworten möglich, um sich ein genaues Bild über die Herausforderungen in den Betrieben zu machen. Befragt wurden Tischler, Schreiner und Innenausbaubetriebe. Hier zeigte sich, dass sie immer mehr Nicht-Holz-Werkstoffe zu verarbeiten. Glas liegt mit 63 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Beschlägen ebenfalls mit 63 Prozent und Aluminiumprofile mit 56 Prozent. Der Anteil von Trockenbaustoffen beträgt 34 Prozent. 26 Prozent entfallen auf Mineralwerkstoffe, Granit, Stein oder Beton. "Wir sind als Holzgroßhändler immer mehr auch Berater und Lieferant von holzfremden Werkstoffen”, stellt Becher-Geschäftsführer Michael Köngeter fest und achtet mit seinen Produktteams daher stets auf den Ausbau des Leistungsangebotes, wie zum Beispiel durch Mineralwerkstoff-Formteile, Glas-Duschwände oder Lichtwand-Systeme für Messebauer.

Individualität und Schnelligkeit sind die Schlagworte der Zukunft

Auch die Anforderungen an Originalität und Individualität gewinnen immer mehr an Bedeutung. Damit die Kunden besser bedient werden können, werden Beratungs- und Planungskompetenzen immer wichtiger. Nur so können die Kunden optimal unterstützt werden. Ebenfalls werden gewerkübergreifende Arbeiten weiter zunehmen. Darauf hat Becher reagiert und bietet in seiner Akademie für interessierte Betriebe Fortbildungen an.

Das Tagesgeschäft ist eine große Herausforderung

Das Tagesgeschäft bei der Holzverarbeitung ist eine besondere Herausforderung, denn hier zählt die Zeit und die Verfügbarkeit des Materials. Zusätzlich wird das Tagesgeschäft der holzverarbeitende Handwerksbetriebe durch den Mangel an Fachkräften bestimmt. Das Preisniveau gegenüber den Kunden ist ebenfalls eine große Herausforderung. Die Kluft zwischen dem Onlinewettbewerb und dem stationären Handel wird immer größer werden. Das Thema Digitalisierung ist für das Holzhandwerk auch eine große Herausforderung. Die Kunden wünschen sich virtuelle Ausstellungen und Angebotserstellung (43 Prozent). In naher Zukunft werden auch Visualisierungen in 3D und Online-Shops für viele Handwerker zu den bedeutenden Themen gehören. Die größte Rolle spielt aber mit 62 Prozent immer noch der Preisfaktor.