News, 10.08.2017, Frank Kessler

Hohe Bautätigkeit steigert Unfallzahlen am Bau

Hohe Bautätigkeit steigert Unfallzahlen am Bau

Foto: Thomas Lucks/ BG BAU

Die Zahl der Unfälle mit Todesfolge sind trotz Arbeitsschutz am Bau in 2016 zwar leicht gesunken, doch die Menge der meldepflichtigen Arbeitsunfälle leicht gestiegen. Der Schwerpunkt lag wieder bei den Sturz- und Absturzunfällen, die 19,4 Prozent aller Unfälle am Bau ausmachten. Viele der Unfälle sind aber auch auf menschliches Versagen zurückzuführen: Unwissenheit, Routine oder Bequemlichkeit sind nur einige Gründe, die zu Arbeitsunfällen führen.

Im Jahr 2016 wurden 104.820 meldepflichtige Unfälle am Bau registriert. Das sind 2.487 mehr als im Vorjahr. Der Grund dafür ist der Anstieg der Bautätigkeit. Allein beim Hochbau ist der Anstieg von Baugenehmigungen um etwa fünf Prozent gestiegen. Das teilte Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) Ende Juli in Berlin mit. Weiterhin erklärte er, dass sich hinter jedem Arbeitsunfall das Schicksal der Betroffenen und deren Angehörigen und Freunde verbergen würde. Die Hauptursachen der tödlichen Unfälle waren Sturz- und Absturzunfälle von Dächern, Leitern und Gerüsten.

Die BG Bau zahlte im Jahr 2016 fast 1,2 Milliarden Euro aus

Die BG Bau zahlte im vergangenen Jahr insgesamt 1,2 Milliarden Euro für medizinische Behandlungen, Reha-Maßnahmen und Renten aus. Ein wichtiges Instrument, um solche Unfälle zu minimieren, sind Unfallanalysen und ausführliche Beratungsgespräche. Deutschlandweit gab es im Jahr 2016 rund 200.000 Betriebsbesichtigungen. Trotzdem ist der Trend der Unfallzahlen eher rückläufig. Das liegt an den vielen Präventionsmaßnahmen sowie an den vielen Schulungen der BG Bau. Ein weiterer Anreiz, den Unfallrisiken zu begegnen, sind Arbeitsschutzprämien. Unternehmen können hier bis zu 20.000 Euro beantragen, mit denen beispielsweise Kamera-Monitor-Systeme angeschafft werden können.

Arbeitsschutz fängt beim Menschen selbst an

Das allein reicht jedoch nicht aus, um die Unfallzahlen zu verringern. Es darf nicht übersehen werden, dass oft auch das menschliche Versagen für das Zustandekommen von Arbeitsunfällen verantwortlich ist. Der Mensch könne selbst etwas dafür tun, um Arbeitsunfälle zu vermeiden, denn der Arbeitsschutz fängt beim Menschen selbst an. Routine, Unwissenheit oder Bequemlichkeit sind die häufigsten Unfallursachen am Bau. Mit dem Schutzprogramm “Bau auf Sicherheit, bau auf dich” der BG Bau soll auf die Risiken und Sicherheiten beim Bau eingegangen werden. Das Ziel ist die Sensibilisierung der Menschen, sich besser am Arbeitsplatz zu schützen. Ein wichtiges Mittel sind aber auch betriebliche Gespräche zwischen den Beschäftigten und den Unternehmensleitungen. Nur so kann der Schutz am Arbeitsplatz konsequent gelebt werden.

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