Mauerwerk - ein wichtiger Beitrag für bezahlbare Wohnungen

News , 04.04.2019 , Frank Kessler Mauerwerk - ein wichtiger Beitrag für bezahlbare Wohnungen
Foto: Roland Riethmüller

Die Mehrheit der Bauunternehmer in Deutschland setzt beim Neubau von Wohnungen auf Mauerwerk. Das ergaben eine aktuelle Auswertung für das Jahr 2017. Da Gebäude mit diesem Baustoff auch kostengünstiger sind als andere Bauweisen trägt der Mauerwerksbau auch deutlich zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bei. Das reiche jedoch nicht aus und müsse von der Politik mit entsprechenden Maßnahmen flankiert werden.

Nach den jüngsten statistischen Erhebungen vom Pestel-Instituts für das Jahr 2017 überwiegen beim Bau von Mehrfamilienhäusern vor allem Gebäude aus Ziegel- und Kalksandsteinmauerwerk, gefolgt von Porenbeton und Leichtbeton. Im Saarland liegt der Anteil sogar deutlich über 90 Prozent. Am stärksten ist der Mauerwerksanteil bei Neubauten in den nördlichen Bundesländern ausgeprägt. Dort entscheiden sich die privaten Bauherren zu mehr als 80 Prozent für eine Mauerwerkskonstruktion. Auch bei den Ein- und Zweifamilienhäusern im Norden liegt der Marktanteil bei 75 Prozent, und bei Mehrfamilienhäusern sind es durchschnittlich 70 Prozent. Mit 4,7 Prozentpunkten ist der Mauerwerksbau im gewerblichen Mehrfamilienhausbau am stärksten gewachsen. Damit leisten Mauerwerksbauten im privaten und gewerblichen Bereich einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Im Süden der Republik beträgt der Anteil immerhin auch noch rund 70 Prozent.

Mauerwerksbau ist eine kostengünstige Bauweise

Das bietet gute Voraussetzungen für die Beseitigung des Wohnungsmangels durch den Mauerwerksbau, der von der schleswig-holsteinische Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE) als besonders kostengünstig ausgezeichnet wurde. Trotzdem reiche das nicht aus. Mehr Unterstützung von der Politik wird benötigt. "Was wir brauchen, sind vom Bund entschlackte Baugesetze ohne kostentreibende Wirkung und endlich eine sachgerechte lineare Abschreibung von 3 Prozent für moderne Mietwohnungsbauten”, fordert Ronald Rast, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM). Dabei sollten die Länder nicht nur die Mittel für soziale Wohnraumförderung vom Bund vereinnahmen, sondern auch den sozialen Wohnungsbau entsprechend fördern. Dazu gehört sowohl die Schaffung eines einheitlichen Baurechts für bundesweit gültige Modulbauten im Rahmen des seriellen Wohnungsbaus wie auch die Bereitstellung von günstigem Bauland für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. “Was wir nicht brauchen, sind von der Politik gewollte Festlegungen auf bestimmte Bauweisen und damit einen rechtlich fragwürdigen Eingriff in den freien Wettbewerb", erklärt Rast. Häuser aus Mauerwerk sind hochwertig, besonders langlebig, individuell und kostengünstig. Praktisch gibt es keine Grenzen beim Einsatz von Massivhäusern. Ein Grund mehr, auf dieses Material nicht zu verzichten. Schließlich trägt der Mauerwerksbau entscheidend zur Linderung des Mangels an bezahlbarem Wohnraum bei.