News, 06.07.2017, Jennifer Brandt

Maurermeisterin stellt sich Klischees im Bauhandwerk

Maurermeisterin stellt sich Klischees im Bauhandwerk

Foto: obx-news/Handwerkskammer

Frauen sind im Handwerk immer noch sehr rar gesät. Und wenn man einer Frau im Handwerk begegnet, dann eher in den klassischen Gewerken. In der Baubranche sind Frauen leider immer noch sehr selten. Dabei können sie für die Betriebe einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert bringen. Eine junge Maurer-Meisterin aus Ostbayern möchte dies auch in der Praxis unter Beweis stellen.

Das Bauhandwerk ist bis heute eine von Männern dominierte Branche. Gerade weil die Arbeit am Bau viel körperliche Arbeit abverlangt, erwartet man auch nicht unbedingt Frauen. Doch in der heutigen Zeit sind es gerade Frauen, die die teilweise derbe Männerdomäne stark bereichern können. Dafür setzt sich auch die 26-jährige Marina Kugler ein. Sie ist die einzige Frau in ihrem Jahrgang, die aktuell die Meisterprüfung zum Maurer vor der Handwerkskammer Regensburg erfolgreich absolviert hat.

Exotin in ihrem Gewerk

Kugler ist durchaus bewusst, welche Rarität sie in ihrer Position im Bauhandwerk darstellt. Gerade deshalb möchte sie auch andere junge Frauen ermutigen, sich ganz bewusst mit den Berufen im Bauhandwerk auseinanderzusetzen. Denn nicht immer erwartet Frauen nur harte körperliche Arbeit und ein harter Umgangston mit den Kollegen. Im Gegenteil, allein unter Männern zu arbeiten kann auch sehr harmonisch und entspannt sein.

Das Handwerker-Gen in die Wiege gelegt

Die junge Maurer-Meisterin kam bereits in früher Kindheit mit dem Bauhandwerk in Berührung. Denn ihre Eltern führen das Oberpfälzer Traditionsunternehmen Bau Kugler GmbH. Nachdem die junge Frau zuerst eine Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel machte, stellte sie fest, dass das nicht ihre Erfüllung ist. Somit entschied sie sich für den Beruf des Maurers und damit auch für die Meisterprüfung. Zusammen mit ihrem Bruder bestand sie die Prüfung, die beide als Basis für die Übernahme des elterlichen Betriebes nutzen werden.

Zweifel kamen hier und da

Trotz ihrer Entscheidung, kam auch Kugler immer wieder mal ins Grübeln. Denn während ihre Eltern sie uneingeschränkt bei der Entscheidung zur Maurermeisterin unterstützen, waren Freunde skeptischer. Dennoch ist sie heute nach wie vor überzeugt, sich für den richtigen Weg entschieden zu haben.

Die Praxis beweist, dass Kugler tatsächlich ein Exot in ihrer Berufswahl ist, denn der Anzahl der Frauen im Maurergewerbe liegt gerade einmal bei weniger als einem Prozent. Und natürlich weiß Kugler, dass sie hier und da härter arbeiten muss als die männlichen Kollegen, um den nötigen Respekt zu verdienen. Doch am Ende weiß sie auch, dass sie mit ihrer Kompetenz punkten kann. So ist Kugler überzeugt: “Wenn man Engagement, Leidenschaft und die nötige Durchsetzungskraft mitbringt, steht einem nichts im Weg.”

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