Mehr Investitionen in Infrastruktur

News , 11.03.2015 , Jennifer Brandt Bild zu: Mehr Investitionen in Infrastruktur
Foto: Roland Riethmüller

Es gibt immer wieder Themen in der Politik, bei denen man meinen könnte, es ginge überhaupt nicht voran und man diskutiert sich kaputt. So auch beim Thema der Investitionen in die Infrastruktur. Jedem ist das Problem bekannt und die daraus resultierenden Folgen für den Standort Deutschland auch absolut bewusst. Dennoch entsteht das Gefühl, dass nichts vorangeht. Dabei wären der Ausbau und die Erneuerung unserer Infrastruktur eines der prioritären Ziele der Bundesregierung.

Der Zustand der deutschen Infrastruktur ist allen bewusst und ähnlich wie bei Themen des Fachkräftemangels versucht man das Problem anzugehen, doch schafft es einfach nicht mit Nachhaltigkeit. Derzeit stößt  allen vor allem die Sperrung der Schiersteiner Brücke auf der A 643 negativ auf. Nicht nur, dass die Sperrung natürlich zu Staus u.ä. führt, sie wäre – wie so oft – auch von Beginn an vermeidbar gewesen. Letztlich ist ein gebrochener Stahlträger weder eine Bagatelle noch tritt solch ein Vorfall nicht von heute auf morgen auf.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) plädiert daher einmal mehr mit Nachdruck an die Bundesregierung, dass hier etwas geschehen müsse, wenn man den Standort Deutschland langfristig erhalten möchte. Schließlich darf man nicht außer Acht lassen, welche Verluste durch Sperrungen von Brücken und Straßen auch der deutschen Wirtschaft entstehen.

Doch mehr Investitionen allein werden das Problem nicht lösen. Das Geld muss selbstverständlich auch an den richtigen Stelle eingesetzt werden und das vor allem schnell. Die Genehmigungswege sind einfach oft noch viel zu lang und damit der gewünschten Entwicklung gegenüber absolut kontraproduktiv. Der HDB ist allerdings zuversichtlich, dass das angekündigte Bundesprogramm des Verkehrsministers Alexander Dobrindt den richtigen Impuls setzt, um etwas zu verändern.

Neben den finanziellen Mitteln ist es aber auch die Manpower, die nicht ausreichend vorhanden ist. So ist der öffentlichen Hand ein hohes Maß an Ingenieurskompetenz verloren gegangen. Diese Lücke gilt es zu schließen, wie auch RA Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des HDB, feststellt: „Wir müssen deshalb neue Wege gehen, wenn Planungskapazitäten in der öffentlichen Verwaltung nicht ausreichen. Hier könnten Design-and-Build-Verträge, in denen die Ausführungsplanung zusammen mit der Bauausführung auf einen privaten Partner übertragen wird, einen Beitrag zur Schließung der Lücke leisten.“

Am Ende sollten alle am gleichen Strang ziehen. Denn das Ziel ist es schließlich, dass sich Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit erhält.