News, 24.11.2016, Jennifer Brandt

Nachhaltigkeit am Bau oft missverständlich

Nachhaltigkeit am Bau oft missverständlich

Foto: Roland Riethmüller

Der Begriff Nachhaltigkeit ist allgegenwärtig, wird jedoch offenbar sehr unterschiedlich interpretiert. Was sind aus Sicht der Architekten die wichtigsten Eigenschaften von Nachhaltigkeit und nachhaltigem Bauen? Eine aktuelle Studie macht deutlich, dass sich diese Meinung teilweise deutlich von der der Bauherren unterscheidet. Man sollte demnach stark darauf achten, dass der Begriff nicht für Marketingzwecke ausgenutzt wird.

Es zeigt sich, dass Nachhaltigkeit und langfristiges Denken eng miteinander in Verbindung stehen. Und auch für Architekten sind Langlebigkeit beziehungsweise Haltbarkeit und Energieeffizienz mit die wichtigsten Aspekte für Nachhaltigkeit am Bau. Doch in der Praxis zeigt sich häufig, dass für Bauherren ganz andere Faktoren bei der Produktauswahl eine Rolle spielen. Vorzugsweise der Aspekt der Geldersparnis.  Ökologische Gesichtspunkte rücken dabei eher in den Hintergrund.

Nachhaltigkeit als Bautrend aus Sicht der Architekten

Die aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts BauInfoConsult zeigt, dass Nachhaltigkeit nach Meinung der befragten Architekten der zweitwichtigste Bautrend ist. Davor sieht man sonst nur die Energieeffizienz als größten Trend, welche ja auch irgendwie mit Nachhaltigkeit in Verbindung gesetzt werden kann. In der Praxis lässt sich die Nachhaltigkeit aber offensichtlich nur schwer mit den Vorstellungen der Bauherren vereinen.

Für die Architekten ist ziemlich klar, wie man Nachhaltigkeit definiert. So ist es für 38 Prozent vor allem die Langlebigkeit und Haltbarkeit. Für 35 Prozent ist es die Energieeffizienz, 34 Prozent sehen die Verwendung von natürlichen Rohstoffen als wichtigen Aspekt.  26 Prozent beurteilen die Recyclingfähigkeit von Produkten als Eigenschaft von Nachhaltigkeit und 24 Prozent den Effekt des Geldsparens.

Bauherren handeln nach anderen Prioritäten

Bei der Produktwahl steht für 16 Prozent das Geld sparen vorn. Ebenfalls 16 Prozent sehen energieeffiziente Produkteigenschaften als nachhaltig. Für 15 Prozent ist es die Langlebigkeit des Produktes. Ökologische Materialien eines Baustoffes oder seine Recyclingfähigkeit spielen für Bauherren eine absolut untergeordnete Rolle, solange sie keinen echten finanziellen Vorteil erkennen können.

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!