News, 16.03.2017, Jennifer Brandt

Nur bestimmte Handwerker werden im Internet gesucht

Nur bestimmte Handwerker werden im Internet gesucht

Foto: Roland Riethmüller

Dass Handwerksbetriebe noch ganz am Anfang der digitalen Transformation stehen, lässt sich wohl kaum leugnen. Dass jedoch die Verbraucher manche Handwerker deutlich stärker online suchen als andere, das ist überraschend. Eine aktuelle Studie des Handwerkerportals MyHammer bestätigt, dass sich die Websuche zumeist auf bestimmt Gewerke konzentriert. Auch die regionale Unverhältnismäßigkeit zwischen Ost und West ist ausgesprochen stark ausgeprägt.

Eine aktuelle Studie des Handwerkerportals MyHammer hat sich mit der Frage beschäftigt, welche Handwerker am meisten über das Internet nachgefragt werden und in welchen Regionen dies am häufigsten geschieht. Untersucht wurden über 600.000 Aufträge an Handwerker oder handwerksnahe Dienstleister, die von Auftraggebern im Jahr 2016 über MyHammer ausgeschrieben wurden. Die Ergebnisse waren dabei sehr eindeutig.

Hamburg, Berlin und Hessen am aktivsten bei der Suche im Internet

Vor allem die Hamburger sind sehr aktiv bei der Internetsuche nach dem geeigneten Handwerker. Die Anzahl der über MyHammer ausgeschriebenen Aufträge, gemessen an der Anzahl der Haushalte, liegt dabei über 83 Prozent höher als der bundesweite Durchschnitt. Dicht gefolgt nach Hamburg, sind es die Berliner, die ihre Suche nach Fachkräften online ausführen (gut 56 Prozent). Damit liegen beide Städte auf den ersten Plätzen der am häufigsten im Internet aktiv Suchenden. Aber auch in Hessen (mehr als 23 Prozent), Nordrhein-Westfalen (über 15 Prozent) und Brandenburg (über 13 Prozent) sind bei den Online-Ausschreibungen überdurchschnittlich oft vertreten.

Gerade im Osten sehr geringe Affinität

Die Studie zeigt auch, dass insbesondere im Osten keine starke Ausprägung der Online-Suche nach Fachkräften aus dem Handwerk vorliegt. Gerade einmal die Region Brandenburg stellt dabei eine echte Ausnahme dar. Vielleicht auch nur durch die Nähe zu Berlin. Ansonsten sind es gegenüber den alten Bundesländern gerade noch halb so viele Aufträge, die an Handwerker über das Internet vergeben werden.

MyHammer-Vorstandsvorsitzende Claudia Frese vermutet die Ursache hierfür unter Umständen beim Breitbandausbau. „Eine sinnvolle Nutzung von Angeboten und Dienstleistungen aus dem Internet setzt eine ausreichende Breitbandversorgung voraus. Gerade in der ostdeutschen Fläche, wo viele Regionen in puncto Breitbandausbau nach wie vor als strukturschwach gelten, werden die Möglichkeiten durch Dienstleistungsportale wie MyHammer noch nicht so häufig genutzt. Gerade hier schlummern mit dem Zugang zu schnellem Internet erhebliche Potenziale – sowohl für den Verbraucher als auch für Handwerksbetriebe sowie kleine und mittelständische Unternehmen vor Ort.“

Beliebteste Gewerke

Insgesamt sind es insbesondere die Maler und Lackierer, die mit etwa 11,6 Prozent aller ausgeschriebenen Aufträge am stärksten nachgefragt sind. Aber auch das Segment Sanitär, Heizung, Klima ist mit 8,1 Prozent sehr beliebt, gefolgt von den Elektrikern (5,8 Prozent) und den Fliesenlegern (5,3 Prozent).

Hinweis in eigener Sache

Warum werden manche Gewerke mehr als andere über Auftragsplattformen nachgefragt? Welche Chancen können sich daraus ergeben? Und wie kann die Digitalisierung gemeistert werden? Das Handwerkscamp zeigt, wie das Bauhandwerk in der Zukunft aussehen wird. Die Teilnahme ist für Handwerker kostenfrei! Infos und Anmeldung unter http://handwerkscamp.de

 

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!