News, 17.08.2018, Frank Kessler

Regionale Entsorgung der Bauabfälle weiterhin angespannt

Regionale Entsorgung der Bauabfälle weiterhin angespannt

Foto: Roland Riethmüller

Aus Sicht der deutschen Bauindustrie bleibt die Entsorgung der mineralischen Bauabfälle auch weiterhin angespannt. Um diesen Missstand zu beseitigen, müssen die Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich schneller werden. Die angespannte Deponiesituation hat aber auch Auswirkungen auf die Entsorgungspreise. Die Unternehmen gehen einer Umfrage zufolge von weiter steigenden Preisen aus.

Die regionale Entsorgungssituation bleibt weiter angespannt. So beanstandet Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) vor allem den Zustand, dass die Unternehmen über 100 Kilometer weit für eine passende Deponie fahren müssten. Abhilfe kann nur dadurch geschaffen werden, dass der Deponiebedarf in den einzelnen Bundesländern ermittelt wird. Auch die Planungs- und Genehmigungsverfahren müssten deutlich schneller werden. "Wir können es uns nicht mehr leisten, für die Errichtung einer Deponie von der Planung bis zur Inbetriebnahme rund zehn Jahre zu brauchen. Damit steuern wir garantiert auf einen Deponienotstand zu", ergänzte Babiel. Außerdem erwartet er eine Verschärfung der Situation durch die bisher zurückgestellte Mantelverordnung, die sich zurzeit noch im Abstimmungsprozess befindet. Diese Mantelverordnung sieht strengere Regeln für die Verwertung von mineralischen Abfällen vor. Dadurch würde es zu einem Anstieg der Abfallmenge kommen.

Die Ursachen der Deponieknappheit

Babiel erklärte weiterhin, dass lange Genehmigungsverfahren und eine nicht ausreichende Personalausstattung weitere Gründe für zu wenige Deponien sind. Hinzu käme auch der Widerstand aus der Bevölkerung. Oftmals müssten die Gerichte entscheiden, was auch Zeit in Anspruch nimmt. Deponien sind ein fester Bestandteil der Kreislaufwirtschaft. Das müsse den Behörden und den Bürgern klar gemacht werden. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass kommunale Vorhabenträger ebenfalls die negativen Auswirkungen spüren würden.

Preise für die Entsorgung bleiben weiterhin hoch

Die angespannte Deponiesituation sorgt auch für weiterhin hohe Entsorgungspreise. Eine aktuelle HDB-Umfrage ergab, dass die Mitgliedsverbände mit steigenden Kosten rechnen. Die Ursache hierfür seien mangelnde Deponiekapazitäten und fehlende Wiederverwertungsmöglichkeiten. Denn es würde immer schwieriger werden, überhaupt noch geeignete Deponien zu finden. Für die hohen Preise sind die Deponien verantwortlich und die steigenden Aufwendungen für Beprobungen und Abfalltransporte. Das bundesweite Deponierestvolumen mit den in der Mantelverordnung ausgewiesenen zusätzlichen Mengen von 13 Millionen Tonnen pro Jahr würde 10,8 Jahre betragen, ohne Mantelverordnung rund 13,3 Jahre.