News, 19.07.2017, Frank Kessler

Revolution am Bau: Beton aus Holz

Revolution am Bau: Beton aus Holz

Foto: Institut für Bau- und Umwelttechnologien iTEC, HES-SO Hochschule für Technik und Architektur Fribourg

Beton - ein harter Baustoff, der hervorragend für den Hausbau geeignet ist. Holz - eher früher zum Hausbau verwendet, heute hauptsächlich als Dämm- und Heizmittel eingesetzt. Die Verbindung der beiden wurde nun von der internationalen Forschungsgruppe "Ressource Holz" entwickelt. Die Kombination eröffnet dem Bausektor neue Möglichkeiten und bindet zudem den wichtigen Faktor der erneuerbaren Ressourcen mit ein. In ein paar Jahren könnte ein Beton-Holz-Gemisch das Baumittel erster Wahl sein.

Beton ist ein faszinierender Baustoff und erfreut sich großer Beliebtheit. Neben den Innovationen der Biegbarkeit und Selbstheilung, gibt es den Carbonbeton und den Beton aus dem 3D-Drucker. Nun reiht sich eine weitere Innovation ein. Zwar werden heute schon Hybriden aus Beton und Holz für den Bau verwendet. Allerdings spielen sie meist nur als Dämmmaterial eine Rolle. In tragenden Elementen wie Decken werden sie bislang nicht eingesetzt. Das nationale Forschungsprogramm "Ressource Holz" setzt nun allerdings auf einen radikaleren Ansatz. Sie experimentieren mit verschiedenen Gemischen, um den Beton-Hybriden tragfähig zu machen. In manchen dieser Gemische beträgt der Holzanteil über 50 Prozent.

Innovation im Baubereich

Daia Zwicky ist der Leiter des Instituts für Bau- und Umwelttechnologien an der Hochschule für Technik und Architektur Fribourg. Er ist sich sicher, dass die Hybriden mehr können als nur dämmen. Aus diesem Grund experimentiert er mit verschiedenen Mischungsverhältnissen. Er verwendet Sägemehl statt Kies und Sand. Durch diese Mischung ist ein hoher Brandschutz gewährleistet und die Dämmeigenschaften sind ebenfalls besser. Ein weiterer großer Vorteil ist das Gewicht. Das Sägemehl ist sehr viel leichter als Kies und Sand. Normaler Beton wiegt doppelt so viel wie die neuartige Mischung. Durch den Einsatz des leichteren Naturmaterials können manche Mischungen sogar auf Wasser schwimmen.

Wiederverwendung nach dem Abriss

Das neuartige Baumaterial besteht zu einem großen Teil aus nachwachsenden und wieder verwendbaren Rohstoffen. Nach einem Abbruch können die Rohstoffe zur Strom- oder Wärmegewinnung genutzt werden. Um den Holzanteil aus dem Gemisch zu lösen, kann eine Kehrrichtverbrennung genutzt werden.

Belastungstests bestanden

Zwicky stellte den Holzbeton im Maßstab 1:1 her, um ihn auf Herz und Nieren zu prüfen. Im Ergebnis stellt sich heraus, dass der Holzbeton für tragende Decken- und Wandelemente geeignet ist. Vor allem im Bereich der Fertigbauelemente sieht Zwicky eine reelle Chance für die innovative Entwicklung. Nach den ersten Tests ist es nun sein Ziel herauszufinden, welches Mischungsverhältnis sich am besten für verschiedene Zwecke eignet. Ihm ist es jedoch klar, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis die Nutzung des Leichtbetons realisiert werden kann. Zuerst müssen noch weitere Studien erfolgen, um den Erfolg der Tests in die Realität umsetzen zu können.

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