News, 15.10.2017, Frank Kessler

Soka-Bau erweitert Kampf gegen Schwarzarbeit

Soka-Bau erweitert Kampf gegen Schwarzarbeit

Foto: Roland Riethmüller

In der Baubranche wird dem Thema Schwarzarbeit ein hoher Stellenwert zuteil, denn besonders hier ist die illegale Beschäftigung weit verbreitet. Dies führt zu Wettbewerbsverzerrungen, durch die auch ein erheblicher volkswirtschaftlicher Schaden entsteht. Aus diesem Grund verstärkt die Soka-Bau die bestehende Kooperation mit dem Zoll. Mit eigenen Auswertungen wird künftig das Risikomanagement vom Zoll für eine zielgerichtete Bekämpfung der Schwarzarbeit unterstützt.

Eine wissenschaftliche Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat schon 2010 nachgewiesen, dass die Bauwirtschaft sehr stark von illegaler Beschäftigung, Mindestlohnunterschreitung und von Scheinselbstständigkeit betroffen ist. Bereits in der Vergangenheit hatten die Sozialkassen der Bauwirtschaft (Soka-Bau) daher entsprechende Maßnahmen ergriffen, um das zu unterbinden. So wird regelmäßig überprüft, ob der Mindestlohn eingehalten wurde, beim tarifkonformen Nachunternehmereinsatz unterstützt und in regionalen Bündnissen zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung mitgewirkt. Nun wurde die Zusammenarbeit mit dem Zoll noch intensiviert. Der Zoll erstellt nach eigenen Auswertungen Risikoanalysen, um noch gezielter gegen die Missstände am Bau vorgehen zu können.

Durch die illegale Beschäftigung entsteht in der Bauwirtschaft ein großer Schaden

Besonders in der Bauwirtschaft geht es nicht immer legal zu. Die Mindestlöhne werden unterschritten, es existieren viele Scheinselbstständige und es werden viele illegale Arbeitnehmer beschäftigt. Der dadurch entstehende wirtschaftliche Schaden ist sehr groß und trifft insbesondere die sozialen Sicherungssysteme und die öffentlichen Finanzen. Ebenso groß ist der Schaden für die legalen Beschäftigten, denn diese Arbeitsverhältnisse werden deutlich gemindert. Das wirkt sich auch auf die Qualifizierung von Nachwuchskräften aus. Allein im Jahr 2016 führte dies zu einer Schadenssumme von 417 Millionen Euro. Diese Zahl entstammt den Ermittlungsverfahren wegen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten.

Maßnahmen gegen Schwarzarbeit werden intensiviert

Damit die legale Beschäftigung gefördert und damit ein fristgerechter Beitragseinzug in die öffentlichen Kassen gewährleistet wird, werden von der Soka-Bau nun die Maßnahmen gegen die Schwarzarbeit intensiviert. Auch die Zusammenarbeit zwischen dem Zoll und der Bundesagentur für Arbeit wird in Zukunft verstärkt. Rund 6.700 Zollbeamte und Zollbeamtinnen sind zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung im Einsatz. Sie überprüfen die Geschäftsunterlagen auf den Baustellen und befragen Personen. Außerdem entwickelt der Zoll Strategien, die es ermöglichen, noch gezielter gegen die illegale Beschäftigung vorzugehen. Neu ist jetzt, dass die Soka-Bau mit eigenen Auswertungen das Risikomanagement vom Zoll unterstützt und damit gemeinsam mit dem Zoll zielgerichteter gegen die illegale Beschäftigung vorgeht.

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