News, 04.12.2017, Frank Kessler

Stabile Baukonjunktur stärkt Bauwirtschaft in ganz Europa

Stabile Baukonjunktur stärkt Bauwirtschaft in ganz Europa

Foto: Roland Riethmüller

Die Baukonjunktur in Europa ist so stabil wie seit Jahren nicht mehr. Dabei ist die Baunachfrage erstmals tatsächlich in allen europäischen Ländern gewachsen. Als Grund wird das robuste Wirtschaftswachstum und die positive Finanzsituation der öffentlichen Hand gesehen. Auch wenn in den nächsten Jahren die Wachstumsraten nicht mehr ganz so stark steigen, so stärkt aktuell vor allem der Wohnungsbau europaweit die Baukonjunktur.

Seit 2014 befindet sich die europäische Bauwirtschaft auf Wachstumskurs. Laut der Forschungsgruppe Euroconstruct wird das Bauvolumen in 19 Ländern der Forschungsgruppe um 3,5 Prozent zunehmen. Auch in Deutschland rechnet man für das Jahr 2017 mit einer Zunahme der Bautätigkeit gegenüber dem Vorjahr. Die Ursachen dafür sind das robuste Wirtschaftswachstum und die Finanzlage der öffentlichen Hand.

Erstmals Anstieg der Baukonjunktur in allen europäischen Ländern

Eine solch gute Baukonjunktur gab es das letzte Mal im Jahr 2006, kurz vor dem Ausbruch der internationalen Finanzkrise. Überall ist die Baunachfrage entsprechend angestiegen. Der ifo-Experte Ludwig Dorffmeister sagte dazu in einem Interview, dass die Baunachfrage erstmals in allen Ländern der Euroconstruct angestiegen sei. Durch den Wohnungsbau kämen dabei die stärksten Impulse. Mit einem Absinken ist nicht zu rechnen. Eher das Gegenteil sei der Fall, denn bis zum Jahr 2020 rechne man mit einem weiteren Anstieg des europäischen Bauvolumens um sechs Prozent. Dorffmeister sagte weiter, dass sich allerdings die Zuwachsraten beim Wohnungsbau und beim Hochbau in Zukunft deutlich abgeschwächt werden. Der Tiefbau werde hingegen 2018 und 2019 um jeweils mehr als vier Prozent zulegen. Dafür werde der Neubausektor deutlich an Schwung verlieren. Gleichzeitig würde der Bestandssektor deutlicher zunehmen als der Neubau.

Die Ursachen für die Entwicklung

Dass es überhaupt zu dieser Entwicklung kam, liegt an dem robusten Wirtschaftswachstum, den positiven Folgen der Unternehmergewinne und Haushaltseinkommen und an der öffentlichen Finanzlage. Außerdem spielt das niedrige Zinsniveau auch eine wesentliche Rolle bei dieser Entwicklung sowie die Zu- und Binnenwanderung und der durch die Finanzkrise aufgelaufene Investitionsrückstand. Leider ist der Handlungsspielraum der öffentlichen Hand immer noch eingeschränkt. Außerdem verhindern Leerstände und die hohen Preise für Immobilien eine Zunahme der Bautätigkeit.

Die Zahlen der Bauwirtschaft in Prozent

Ungarn ist der zweitkleinste Markt bei den Mitgliedsländern von Euroconstruct. Die Baukonjunktur in 2017 wird jedoch mit einem Plus von einem Viertel am stärksten wachsen. Es folgen Irland mit 15 Prozent, Schweden mit 10 Prozent und Polen mit 9 Prozent. Auch in den nächsten drei Jahren rechnet man in Ungarn mit einem Zuwachs der Bauwirtschaft bis zum Jahr 2020 um 33 Prozent. Die europäische Baukonjunktur befindet sich auf Wachstumskurs. Seit 2014 haben die Leistungen in der Bauwirtschaft um neun Prozent zugenommen.

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