News, 09.07.2017, Jennifer Brandt

Starke regionale Unterschiede bei Nachfrage nach Handwerkern

Starke regionale Unterschiede bei Nachfrage nach Handwerkern

Foto: Roland Riethmüller

Die Auftragslage der Bauhandwerk ist nach wie vor sehr hoch. Das ist für die Handwerksbetriebe zwar erfreulich, doch tun sich potentiellen Auftraggeber umso schwerer, den geeigneten Fachmann für das eigene Projekt zu finden. Denn letztlich hängt alles von Angebot und Nachfrage ab. Und die kann regional sehr stark variieren. Dies bestätigt auch eine aktuelle Untersuchung, die zeigt, in welchen Städten die Auswahl im Internet am größten ist und dabei gleichzeitig die meisten Angebote bereithält.

Wie Zahlen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) belegen, liegt der aktuelle Geschäftsklimaindex derzeit auf einem Allzeithoch. Im Bauhauptgewerbe beispielsweise liegt die Auftragsreichweite momentan bei fast elf Wochen. Das spüren nicht nur die Handwerksbetriebe durch volle Auftragsbücher und damit verbundene hohe Auslastung. Auch die potenziellen Auftraggeber stehen immer öfter vor dem Problem, kein Angebot vom Fachmann zu bekommen, das dem gewünschten Fertigstellungstermin entspricht. Das Handwerksportal MyHammer hat für eine aktuelle Untersuchung mehr als 700.000 Aufträge und über 2,5 Millionen Handwerker-Angebote der letzten 12 Monate aus ihrem Portal ausgewertet.

Potsdam, Frankfurt am Main und Düsseldorf bieten größtes Angebot

Die Studie macht deutlich, dass die größte Handwerkerauswahl in Potsdam, Frankfurt am Main und Düsseldorf vorherrscht. Hier werden von 5,4 bis 5,6 Betrieben Angebote an veröffentlichte Ausschreibungen abgegeben. Mit 5,0 bis 5,3 ist dabei auch in Mainz, Köln, Wiesbaden und München ein positives Bild zu erkennen. Danach folgen mit 4,7 bis 4,9 Stuttgart, Berlin und Hamburg.

Die Studie von MyHammer verdeutlicht außerdem, dass es vor allem in den ostdeutschen Städten sehr schlecht für Auftraggeber aussieht. So bieten in Rostock, Erfurt, Magdeburg und Leipzig gerade einmal 2,5 bis 2,7 Betriebe auf Ausschreibung an. Bei Betrachtung des bundesweiten Durchschnitts von gut 3,5 Angeboten ist dies wahrlich kein gutes Ergebnis. Noch schlechter stehen nur die westdeutschen Städte Kassel und Kiel mit 2,8 Angeboten sowie Oldenburg und Saarbrücken mit 2,9 Angeboten dar. Die geringe Beteiligung und der damit geringe Wettbewerb auf dem Portal stellt gleichzeitig für dort ansässigen Handwerksbetriebe eine große Chance dar.

Hauptsaison erschwert die Suche nach der Fachkraft

Die MyHammer-Untersuchung hebt auch hervor, dass es vor allem die Hauptsaison ist, in der die Fachhandwerkersuche durch Erschwernisse geprägt ist. Denn der Wohnort ist nur ein Kriterium. Die Zeit der Suche eben auch. So stellen gerade die Sommermonate die Hauptsaison dar. Wer sich für eine Angebotsabgabe in der Nebensaison entscheidet, steigert seine Wahrscheinlichkeit auf ein passendes Angebot schon um gut 40 Prozent.

Wunschtermine sollten langfristig geplant sein

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der gewünschte Fertigstellungstermin. Auftraggeber mit einer starken Fokussierung auf einen bestimmten Termin sollte erst recht mit Weitblick planen. So rät Claudia Frese, Vorstandsvorsitzende der MyHammer AG: “Generell sind die eher nachfrageschwachen Monate deutlich besser für die Planung von Handwerkereinsätzen geeignet, gerade für Gewerke, die stark saisonalen Schwankungen unterliegen. Insbesondere da es sich bei einem Handwerkereinsatz oft um eine sehr persönliche Angelegenheit in den eigenen vier Wänden handelt, ist eine frühzeitige Planung unerlässlich.”

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