Talfahrt bei Baugenehmigungen setzt sich weiter fort

News , 26.11.2019 , Frank Kessler Talfahrt bei Baugenehmigungen setzt sich weiter fort
Foto: Roland Riethmüller

Die Baugenehmigungen im Wohnungsmarkt sind weiterhin rückläufig. Die Zunahme der Regulierungen hat den Investitionen stark geschadet. Die anhaltende Diskussion über den Mietendeckel sei ebenfalls dafür mitverantwortlich, klagt die Bauindustrie bei der Bekanntgabe der aktuellen Zahlen vom Statistischen Bundesamt. Statt zu investieren, treten die Investoren vielerorts auf die Bremsen. Das wiederum ist ein schlechtes Signal für den Wohnungsbau, das die Wohnungsnot weiter erhöht.

In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres sind im Vergleich zum Vorjahr 3,4 Prozent weniger Neubauwohnungen in Mehrfamilienhäusern genehmigt worden. Somit sind 4.660 weniger Wohnungen entstanden. Insgesamt wurden 130.680 neue Wohnungen genehmigt. In Berlin betrug der Einbruch sogar 21,1 Prozent. Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Dieter Babiel, betonte weiter, dass sich die Aussicht auf einen Markteingriff durch den Mietendeckel negativ auf die Investitionen auswirken würde. Viele Investoren stellten ihre Investitionen deshalb zurück. Sei der Mietendeckel erstmal in kraft, würde sich die Situation auch nicht verbessern. Es würde kein neuer Wohnraum entstehen, wenn es Gesetze zur Begrenzung von Mieten geben würde. Deshalb würde sich die berechtigte Frage stellen, wo denn die Mitarbeiter in Berlin wohnen sollen, wenn die Ansiedlung von Unternehmen in Berlin weiter gefördert wird.

Neue Wohnungen in Berlin sollen entstehen

Die Initiative des Bundes zum Umdenken wird durch die Bauindustrie begrüßt. Geplant sei, über die bundeseigene Anstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Berlin 2.500 neue Wohnungen zu bauen. Im gesamten Bundesgebiet wurden rund 258.000 neue Wohnungen für den Umbau oder Neubau genehmigt. Das wäre ein Rückgang von 1,9 Prozent um 4.940 Wohnungen. An der schlechten Entwicklung könne auch der leichte Anstieg im September nichts ändern. Hier war ein Plus von 3,4 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt sei das aber ein schlechtes Signal für den Wohnungsbau. Denn für die Wohnungsnot in Deutschland heißt das, dass keine Entspannung in Sicht ist. Das bedeutet gleichzeitig, dass noch weniger bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, obwohl dieser so dringend benötigt wird. Die Zahlen der Baugenehmigungen sprechen für sich. Wenn die Lage sich weiterhin verschärft, können die Ballungsgebiete mit der hohen Nachfrage an Wohnraum nicht mehr mithalten. Besonders dort ist der Rückgang der Baugenehmigungen deutlich. Nur wenn man weiß, wo neue Wohnungen entstehen sollen, können sie auch gebaut werden.