News, 22.03.2017, Frank Kessler

Viele Kommunen von Digitalisierung und BIM weit entfernt

Viele Kommunen von Digitalisierung und BIM weit entfernt

Foto: Roland Riethmüller

Das Bundesverkehrsministerium setzt auf Building Information Modeling (BIM). Doch viele Kommunen sind von der Digitalisierung noch weit entfernt. Die sich aus neuen Technologien ergebende Ressourcen werden oftmals nur unzureichend von den Kommunen genutzt. Dabei ist die Digitalisierung ein Hauptthema, das auch den Bau betreffen sollte. Doch eine Kommunalbefragung des VDI in Zusammenarbeit mit der Uni Hohenheim zeigt das Gegenteil.

Während das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) auf digitales Bauen mit Building Information Modeling (BIM) setzt, sieht es an der Basis noch ganz anders aus. Denn nur 42 Prozent aller Kommunen in Deutschland sind aktuell auf das digitale Zeitalter eingestellt. Das geht aus einer Befragung aller 11.084 Gemeinden in Deutschland hervor. Die Umfrage wurde vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in Zusammenarbeit mit der Uni Hohenheim gemacht und Anfang des Jahres präsentiert.

Viele Kommunen haben nicht mal eine gültige E-Mail-Adresse

Demnach ist unstrittig, das das digitale Zeitalter viele Dinge vereinfachen kann. Der Geschäftsführer der VDI Gesellschaft für Fahrzeug- und Verkehrstechnik Dipl.-Ing. Christof Kerkhoff teilte in diesem Zusammenhang mit, dass das Potenzial jedoch noch lange nicht ausgeschöpft sei. Noch nicht einmal bei einem Viertel der Kommunen konnte eine gültige E-Mail Adresse gefunden werden.

Es fehlt an geschultem Personal

So stellt sich die berechtigte Frage, warum so viele Kommunen auf die neue Technik verzichten? Die Befragung ergab, dass bei 53 Prozent die finanziellen Mittel fehlten. 46 Prozent gaben technische Hürden als Grund an. Auf die Frage hin, woran es denn bei der Technik hapern würde, gaben die meisten den fehlenden Breitbandanschluss an. Viele Kommunen klagen auch die fehlende finanzielle Beteiligung des Bundes an. Aber es würde auch an fehlenden Beratern und geschultem Personal fehlen. Wie Kerkhoff weiterhin mitteilte, könnte ein kostenfreier Smart-City-Planer sehr gut beraten und den Weg zur Digitalisierung ebnen. Es wurde auch bemängelt, dass in den Verwaltungen ältere Mitarbeiten säßen, die wenig für Computer zu begeistern wären. Ihnen würde das technische Verständnis für eine digitale Umstellung fehlen. Eine Umstellung ist somit kaum möglich. Außerdem fehlt es auch an Fachkräften und an einem guten Konzept, um die Umstellung möglich zu machen.

Man kann nur hoffen, dass sich die Situation in den Kommunen ändern wird, damit sich das digitale Zeitalter endlich durchsetzen kann. Es stellt sich daher die berechtigte Frage, ob das Thema tatsächlich auf freiwilliger Ebene entschieden werden sollte. Da viele Kommunen durch die hohen Kosten überfordert sind, werden Förderungen oder gar die komplette Übernahme der Digitalinfrastruktur durch Bund und Länder gefordert.

Hinweis in eigener Sache

Die Digitalisierung kommt in großen Schritten auf uns zu! Wer heute sich schon mit dem Thema beschäftigt, sollte sich mit anderen austauschen. Daher treffen sich am 1. und 2. April in Berlin die digitalen Vorreiter aus dem Bauhandwerk, um voneinander zu lernen und über die aktuelle Entwicklung zu diskutieren. Als Handwerker ist die Teilnahme kostenlos, also nutzen Sie die Chance! Infos und Anmeldung unter http://handwerkscamp.de