News, 11.04.2018, Frank Kessler

Wolff & Müller integriert Flüchtlinge in die Bauwirtschaft

Wolff & Müller integriert Flüchtlinge in die Bauwirtschaft

Foto: Wolff & Müller

Die Integration von Flüchtlingen stellt sowohl die Arbeitgeber als auch die Geflüchteten vor keine leichte Aufgabe. Seit Beginn der Flüchtlingswelle hat es sich das Bauunternehmen Wolff & Müller zur Aufgabe gemacht, die Geflüchteten durch ein Qualifizierungsprogramm in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass diese Programm ein erfolgreiches und sehr erfolgversprechendes Schulungsmodell ist.

Das Bauunternehmen Wolff & Müller macht Geflüchtete fit für die Bauwirtschaft. Gemeinsam mit Partnern aus Verwaltung und Bildung hat das Unternehmen spezielle Programme ins Leben gerufen. Kurz nach Beginn der Flüchtlingskrise startete das Unternehmen im Jahr 2016 sein Pilotprojekt. Seit Anfang März diesen Jahres sind neue Einstiegsqualifizierungsprogramme (EQ) in Waldenburg und Stuttgart gestartet. Hier werden die Jugendliche in sechs Monaten fachlich und sprachlich auf eine Ausbildung im Baugewerbe vorbereitet. In Stuttgart nehmen neun Personen an dem neuen EQ teil, in der Niederlassung in Waldenburg sind es fünf. Zurzeit beschäftigt Wolff & Müller 20 Neuankömmlinge, darunter befinden sich sechs Bauhelfer in Festanstellung, ein Jungbauleiter sowie 13 Azubis. Hinzu kommen 14 weitere Teilnehmer der neuen Programme.

Aus Erfahrung wird man klug

Im Vergleich zur ersten Runde wurden dieses mal jedoch Veränderungen vorgenommen. Dazu sagte der Personalreferent von Wolff & Müller, Bernhard Guffler, dass es am Anfang die zwei unterschiedliche Programme "Bau und Sprache” sowie das EQ gab. Die Praxis habe jedoch gezeigt, dass das EQ als Voraussetzung für eine Anstellung als Bauhelfer erfolgversprechender war. Deshalb hat das Bauunternehmen für dieses Jahr gleich zwei EQ gestartet. Diese finden im Hauptsitz von Wolff & Müller in Stuttgart und in der Waldenburger Niederlassung statt. Die strenge Residenzpflicht hat allerdings bewirkt, dass sich nur Kandidaten bewerben konnten, die ihren Wohnsitz in der Nähe der beiden Standorte hatten. Diese Auflage zwingt das Unternehmen, jedes mal bei der Ausländerbehörde anzufragen, wenn die Flüchtlinge einsatzbedingt die Orte wechseln müssen. Das ist mit einem großen Aufwand verbunden.

Die Praxis entscheidet

Auch an der Schulungsstruktur hat das Bauunternehmen ebenfalls Änderungen vorgenommen. Das Praktikum einschließlich des Deutschunterrichts wurde von acht auf fünf Monate herabgesetzt. Die fachpraktischen Kenntnisse werden jetzt für die Azubi-Anwärter auf fünf Wochen verkürzt. Guffler sagte dazu: "Wie man mauert oder pflastert, das erlernen die Kandidaten erfahrungsgemäß am besten direkt auf der Baustelle und nicht in der Schule". Erst im Laufe eines Programms zeigt sich die Begeisterung und Eignung für die Bauwirtschaft. Trotz des hohen Aufwands wird jedoch Wolff & Müller laut dem geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Albert Dürr das Qualifizierungsprogramm für Flüchtlinge fortsetzen. Das Unternehmen betonte in diesem Zusammenhang, dass man schon seit Jahrzehnten gute Erfahrungen mit Geflüchteten und deren Integration gemacht habe und auch in Zukunft daran festhalten werde.

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