Social Media und Internet

Was bedeutet Digitalisierung im Baugewerbe?

Was bedeutet Digitalisierung im Baugewerbe?

Foto: Roland Riethmüller

Wer von Digitalisierung im Baugewerbe spricht, denkt automatisch an das Internet. Moderne Betriebe verfügen über eine ansprechende Website und eine informative Social Media Präsenz. Doch Digitalisierung geht weit über die Kundenkommunikation hinaus. Immer mehr Betriebe setzen digitale Hilfsmittel ein, um Arbeit zu reduzieren oder Kosten zu sparen. So bedeutet Digitalisierung heute auch immer stärker eine Optimierung von betrieblichen Prozessabläufen und Geschäftsmodellen.

Die Frage nach der eindeutige Definition von Digitalisierung ist jedoch nicht ganz einfach zu beantworten. Der Begriff ist ziemlich vielschichtig und seine Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit ziemlich verändert. Denn während man damit früher die Umwandlung von Inhalten auf physisch existenten Objekten in digitale Daten gemeint hat, steht der Begriff heute eher für die Nutzung digitaler Werkzeuge und deren gleichzeitiger Vernetzung.

Kommunikation und digitale Reputation im Baugewerbe

Natürlich ist die Präsentation eines Betriebs aus dem Baugewerbe und die Kommunikation mit dem Kunden mit Hilfe des Internets ein wichtiger Bereich der Digitalisierung. Denn wer über eine Suchmaschine nicht gefunden wird, bekommt zumindest über diesen Kanal keine neuen Aufträge. Die Menschen wälzen keine Branchenbücher mehr, sondern suchen online. Sind sie dann fündig geworden, so informieren sie sich vor der Auftragsvergabe online auf der Homepage über den Betrieb, das Team und die angebotenen Leistungen. Konkrete Angebote und weiterführende Hintergrundinformationen erzeugen Vertrauen beim potentiellen Kunden. Zusammen mit den öffentlich zugänglichen Meinungen anderer Kunden entsteht so vom Handwerker eine digitale Reputation, also ein mehr oder weniger guter Ruf. Doch die Reputation entscheidet nicht nur über die Auftragsvergabe, sie beeinflusst auch die Mitarbeiterbeschaffung. Schließlich informieren sich potentielle Mitarbeiter und vor allem Auszubildende vor der Bewerbung über den Betrieb. Fehlt die digitale Sichtbarkeit, so verlieren sie schnell das Interesse.

Digitale Prozessoptimierung erspart Zeit und Kosten

Doch es geht nicht nur um Kommunikation und Marketing, die Digitalisierung kann auch tief in die betrieblichen Prozessabläufe eingreifen und diese optimieren. Die Auftragsabwicklung ist das beste Beispiel für eine in den meisten Betrieben bereits gut etablierte Digitalisierung. Kaum ein Betrieb erstellt heute noch eine Rechnung manuell. Der Computer übernimmt diese Aufgabe. Von der digitalen Terminvereinbarung über Auftragszettel und Zeiterfassung per Smartphone bis hin zur beim Kunden gedruckten Rechnung und zentralen Speicherung im Dokumentenmanagement - das papierlose Büro ist die Zukunftsvision. Doch auch das Thema Building Information Modeling (BIM) wird zur ganzheitlichen Prozessoptimierung das Baugewerbe mittelfristig einbeziehen.

Technologie hilft bei der Digitalisierung

Der Großteil der Handwerksbetriebe aus dem Baugewerbe sind im Meisterbüro bereits digitalisiert. So sind bei immer mehr Betrieben Computer, Smartphones und Tablets im Einsatz. Doch die Technologie geht immer weiter und spart den Betrieben teilweise erhebliche Kosten. So werden beispielsweise heute schon Drohnen in Dachdeckerbetrieben eingesetzt, um Dachflächen zu begutachten. Der aufwendige Aufbau eines Gerüstes entfällt und spart Zeit und Kosten. In Zukunft werden 3D-Drucker nicht nur Ersatzteile für SHK-Betriebe sondern auch die Herstellung von Betonfertigteile direkt auf der Baustelle ermöglichen.

Neue Geschäftsmodelle durch Digitalisierung

Das alles verändert auf Dauer auch die Geschäftsmodelle. Natürlich wird die Handwerksleistung niemals vollständig digital ausgeführt werden können. Dafür werden auch in Zukunft immer noch Arbeiten mit den Händen nötig sein. Doch schon heute gibt es Beispiele für Handwerksbetriebe, die über die eigentliche Handwerktätigkeit hinaus gutes Geld durch eine digitale Weiterentwicklung verdienen. So haben erste Betriebe aus ihrer Dienstleistung heraus Produkte entwickelt, die sie erfolgreich in Online-Shops verkaufen. Auch gibt es Installateure, die sich auf die Programmierung von vernetzen Geräten im Rahmen von Smart-Home spezialisiert haben. Auch nutzen Tischler, Fliesenleger und Installateure Online-Konfiguratoren, um die Kunden stärker in den Planungsprozess zu integrieren.

Neue Rubrik “Digitalisierung am Bau”

Die Möglichkeiten der Digitalisierung sind so vielfältig und innovativ wie das Handwerk selbst. Jeder Betriebsinhaber sollte sich daher fragen, welche digitalen Kanäle er für seinen Betrieb benötigt und wie er seine Kunden in einen innovativen Fertigungsprozess einbinden kann. Doch viele Handwerksbetriebe plagt die Sorge, sich auf den digitalen Wandel einzulassen. Schließlich erhöht die Digitalisierung nicht nur die Erreichbarkeit, sondern erzeugt auch eine Transparenz und damit Vergleichbarkeit hinsichtlich Preis und Leistung. Mit der neuen Rubrik “Digitalisierung am Bau” möchte das Fachportal Meistertipp Best-Practice-Beispiele von innovativen Unternehmen darstellen und so Inspiration und Orientierung geben.

Weitere Informationen:
Digitalisierung am Bau

 

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Gerne unterstützt die Redaktion Meistertipp alle Betriebe aus dem Bauhandwerk auf ihrem Weg in die Digitalisierung. Kostenfreie Erstberatung unter 030 / 76 90 24 04 oder redaktion@meistertipp.de