Daniel Klein, Betriebsleiter der Gustav Müller GmbH & Co. KG

Bauwirtschaft im Dialog | Roland Riethmüller | 25.06.2020
Daniel Klein, Betriebsleiter der Gustav Müller GmbH & Co. KG
Foto: Daniel Klein

Daniel Klein ist 34 Jahre alt und als Betriebsleiter bei der Gustav Müller GmbH & Co.KG in Düsseldorf angestellt. Es handelt sich dabei um einen kleinen Betrieb mit 13 Mitarbeitern und einer 96jährigen Tradition. Gestartet ist die Unternehmung damals unter der Führung von Gustav Müller auf dem Gebiet der sanitären Installation und der Heizungstechnik, welche damals noch in ihren Kinderschuhen steckte. Mittlerweile vereint der Betrieb Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Elektrotechnik unter einem Dach und ist Ansprechpartner für einen Großteil der technischen Gewerke.

Herr Klein, warum haben Sie sich entschlossen, im Handwerk zu arbeiten? Was lieben Sie besonders an Ihrer heutigen Tätigkeit?

Schon früh, mit ca. 13 Jahren, startete ich im elterlichen Betrieb als Helfer, um mein Taschengeld selbst zu verdienen. So verbrachte ich meine Samstage und meine Ferien mit Trockenbau und Fliesenarbeiten. Schnell war daher klar: Ich gehöre ins Handwerk. Jedoch kristallisierte sich auch schnell heraus, dass mir insbesondere die technischen Gewerke besonderen Spaß bereiten und ich nicht im elterlichen Betrieb bleiben würde.

Ganz besonderen Spaß bereitet mir die Vielfältigkeit des SHK- und Elektrogewerks, sowie die stetige Entwicklung und der technische Fortschritt, welcher einem kontinuierliches Lernen abverlangt.

Haben Sie ein Bauvorhaben oder Projekt, auf das Sie besonders stolz sind?

Besonders stolz bin ich nicht auf ein einzelnes Projekt, denn für uns ist jedes Projekt besonders und alles bekommt eine besondere Note. Viel mehr bin ich stolz darauf, unseren Kunden einen sehr persönlichen und lösungsorientierten Service bieten zu können. Ein Highlight, was uns von der breiten Masse abhebt, ist unser Showroom, welcher nicht existiert. Hört sich erst einmal komisch an. Nach der ersten Beratung vor Ort planen wir das Bauvorhaben am PC und unsere Kunden können Ihr Bad oder Ihre Technikräume vorab mittels modernster VR-Technik begehen und letzte Entscheidungen treffen. Erst dann erstellen wir ein Angebot, welches 100% zu ihnen passt.

Erzählen Sie uns doch bitte einmal kurz, wie es Ihnen bisher in der Corona-Krise ergangen ist?

Wir haben uns schon in einem sehr frühen Stadium der Krise zusammengesetzt und uns Gedanken gemacht, wie wir den „worst case“ von uns fernhalten können. Und es hat funktioniert, wir mussten keinerlei Umsatzeinbrüche erleiden und konnten kontinuierlich arbeiten. Somit war die Situation für uns im ersten Step nicht so schlimm und hat uns sogar die Chance geboten, unsere etwas festgefahrenen Strukturen zu überdenken und uns neu aufzustellen.

Unsere größten Herausforderungen waren spontane Terminabsagen von Kunden und mit unseren Mitarbeitern gemeinsam die Betreuung ihrer Kinder zu gewährleisten, als Reaktion auf die Schließung von Schulen und KiTas.

Bisher gibt es nichts aus dieser Krise, was uns für die Zukunft wirklich Sorge bereitet.

Wie sind Sie mit der Herausforderung umgegangen?

Geholfen hat uns in der Krise ganz besonders der interne Zusammenhalt untereinander, wenn wir uns auch räumlich komplett getrennt haben. Die staatlichen Hilfen können wir derzeit noch nicht einschätzen. Auch wenn wir keine Gelder in Anspruch genommen haben, waren wir stets im Dialog mit unseren Partnerfirmen, welche teilweise schwer ins Wanken geraten sind. Gelder gab es relativ schnell und fast unkompliziert. Abzuwarten bleibt wohl die Bürokratie, wenn die Prüfung der Anträge beginnt.

Besonders enttäuscht sind wir von niemandem. Ein klein wenig Enttäuschung gilt jedoch einigen Kunden. Uns ist bewusst, dass diese Situation für alle besonders war und es zu einigen spontanen Handlungen führte. Jedoch war zu erkennen, dass gerade im Mietbereich, also bei Kunden, die nicht selbst die Rechnung erhalten, oftmals Termine nicht abgesagt wurden und somit Chaos verursacht haben.

Es muss doch auch etwas Gutes haben! Was können wir Ihrer Meinung nach aus der Krise lernen?

So tragisch die Krise auch war oder noch ist, umso mehr Chancen hat sie uns geboten, neue Wege für die Unternehmen zu finden. Lernen können wir vor allem eines daraus: nur als komplettes Team sind wir vollständig. Jeder im Unternehmen ist eine tragende Figur, ob Helfer, Monteur, Meister oder Geschäftsführung. Nur gemeinsam war es uns möglich, ohne Schaden bis jetzt durch die Krise zu kommen.

Außerdem sind wir noch digitaler geworden, da der persönliche Kontakt fehlte. Aufträge aufs Tablet und die Koordinierung digital, was wir vorher am gemeinsamen Frühstückstisch morgens gemacht haben. Das Bestellwesen wurde optimiert, um den Ausführenden im Unternehmen Fahrten und somit verlorene Zeit zu ersparen.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten in eine Glaskugel sehen. Was würden Sie dort über die Zukunft der Bauwirtschaft sehen?

Vor der Krise war die Auftragslage sehr gut und es war eher zu viel als zu wenig Arbeit. In der Krise wurde schnell klar, wie schnell man finanziell ins Ungleichgewicht kommen kann. Die Befürchtung ist da, dass solange die Lage nicht vollends geklärt ist, die Leute auf Ihrem gesparten lieber sitzen bleiben und Sanierungen, die nicht unbedingt nötig sind erst einmal aufschieben.

Dennoch, auch mit ungewisser Zukunft ist der Einzug der Digitalisierung nicht aufzuhalten. Tablets sind für uns kaum noch wegzudenken und haben unsere Fehlerquote massiv minimiert und die Produktivität stark gesteigert.

In wieweit wird sich die Corona-Krise auf Ihre Zukunft auswirken?

Für die Zukunft werden wir noch mehr auf Digitalisierung an allen Stellen im Unternehmen setzen, um produktiver und auch einfacher zu arbeiten. Jedoch auch die gesteigerte Hygiene, die wir nun einmal antrainiert haben, werden wir beibehalten, denn es gibt nicht nur das Corona-Virus. Unsere Senioren sind es wert, sie vor allem zu schützen. Dass das gar nicht so schwierig ist, haben wir nun gelernt.

Kontakt
Daniel Klein
Gustav Müller Sanitär-, Heizungs- & Elektrotechnik GmbH & Co. KG
Volmerswerther Str. 305, 40221 Düsseldorf
Telefon: 0211 153015
https://gustavmueller.com/

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