Digitale Kanäle gewinnen in der Bauwirtschaft zunehmend an Bedeutung. So ist Social Media längst mehr als bloße Imagepflege und simple Werbung auf Facebook oder LinkedIn. Eine aktuelle Studie zeigt, dass bereits 86 Prozent der Bauunternehmen und Handwerksbetriebe soziale Netzwerke beruflich nutzen. Immer häufiger dienen sie der Mitarbeitergewinnung, der Kundenansprache und dem Marketing, um ihre Sichtbarkeit gezielt auszubauen. Denn wer online sichtbar ist, verschafft sich in der Bauwirtschaft immer häufiger einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Social Media gehört inzwischen auch in der Bauwirtschaft zum Arbeitsalltag. Folglich ist mittlerweile die große Mehrheit der Bauunternehmen und Handwerksbetriebe auf Plattformen wie LinkedIn, Instagram oder Facebook vertreten. Zu diesem Ergebnis kommt der Kommunikationsmonitor 2026 des Düsseldorfer Marktforschungsinstituts BauInfoConsult. Für die Untersuchung wurden im Frühjahr 2026 insgesamt 400 Architekturbüros, Bauunternehmen sowie Dachdecker-, Zimmerer-, Maler-, Trockenbau- und SHK-Betriebe befragt. Demnach verfügen mittlerweile 86 Prozent der Unternehmen über mindestens ein beruflich genutztes Social-Media-Profil. Im Durchschnitt betreiben die befragten Unternehmen 2,5 Profile. Damit hat sich die Social-Media-Präsenz in der Branche seit der ersten Erhebung im Jahr 2012 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig verändert sich auch die Nutzung: Statt gelegentlicher Beiträge stehen zunehmend professionelles Marketing, Recruiting und Unternehmenskommunikation im Mittelpunkt.
Social Media in der Bauwirtschaft wird strategisch eingesetzt
Besonders auffällig ist die zunehmende Professionalisierung. Während soziale Netzwerke früher häufig eher nebenbei oder privat genutzt wurden, verfolgen heute viele Betriebe klare Unternehmensziele. Mehr als ein Drittel der Befragten setzt Social Media gezielt für Marketingmaßnahmen ein. Vor allem Maler- und Trockenbaubetriebe sowie SHK-Unternehmen verfolgen dabei eine bewusste Social-Media-Strategie.
Die Studie zeigt außerdem, dass die einzelnen Plattformen unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Manche Netzwerke dienen in erster Linie als Informationsquelle, um Branchentrends, Hersteller oder Wettbewerber zu verfolgen. Andere werden aktiv genutzt, um Referenzprojekte zu präsentieren, neue Mitarbeiter zu gewinnen oder das eigene Unternehmen sichtbar zu machen. Passive Informationsbeschaffung und aktive Unternehmenskommunikation halten sich dabei insgesamt die Waage.
Unterschiede liegen im Nutzungsverhalten
Interessant ist auch, dass sich die verschiedenen Medientypen innerhalb der Branche kaum darin unterscheiden, ob sie überhaupt Social Media nutzen. Ob digitalaffin, eher printorientiert oder stark im persönlichen Netzwerk unterwegs, nahezu alle Gruppen sind inzwischen auf mindestens einer Plattform vertreten. Unterschiede zeigen sich vielmehr darin, wie intensiv und mit welchem Ziel die Kanäle genutzt werden. So engagieren sich nicht nur besonders digitale Unternehmen im Social-Media-Marketing. Laut BauInfoConsult sind gerade auch viele eher printorientierte Betriebe aktiv, wenn es darum geht, regelmäßig Inhalte zu veröffentlichen und die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen. Das unterstreicht, dass soziale Netzwerke inzwischen als fester Bestandteil der Unternehmenskommunikation angesehen werden.
Informationsquelle und Marketing zugleich
Der Kommunikationsmonitor 2026 untersucht neben Social Media auch das gesamte Informationsverhalten der Bauwirtschaft. Dazu gehören unter anderem die Nutzung von Fachmedien, Hersteller-Webseiten, Messen, Außendienst, Apps sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Informationsrecherche. Insgesamt zeichnet die Studie das Bild einer Branche, die digitale Kommunikationskanäle zunehmend professionell in ihre Geschäftsprozesse integriert und Social Media längst nicht mehr als kurzfristigen Trend betrachtet.

















