Handwerk – Schlüssel für die Entwicklung eines Landes

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Foto: KfW

Am 14. November 2011 feierte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sein 50-jähriges Bestehen. Dieser Jahrestag steht auch gleichzeitig für 50 Jahre deutsche Entwicklungszusammenarbeit, in der das Handwerk eine wichtige und wesentliche Rolle spielt. Im Ausland sind deutsche Handwerker sehr gefragt, weil ihre Fachkenntnisse über die Landesgrenzen hinaus bekannt und geschätzt sind. Aus diesem Grund spielen sie auch in der Entwicklungsarbeit eine grundlegende Rolle.

Dass unsere deutschen Handwerker in der ganzen Welt einen sehr guten Ruf genießen, ist bekannt. Aus diesem Grund schickt die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) jährlich deutsche Experten in alle Teile der Welt – dazu gehören auch qualifizierte Handwerker. Qualifiziert und damit berechtigt für einen Auslandseinsatz sind Handwerker, wenn sie eine Meisterqualifikation nachweisen können. Darüber hinaus müssen sie auch mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in diese Position gearbeitet haben. Damit ist der Grundstein für die Entwicklungsarbeit im Ausland gelegt. Wenn nun der Handwerker noch Erfahrung in der beruflichen Weiterbildung oder als Gewerbelehrer mit sich bringt, so ist das auf jeden Fall ein Vorteil.

Besonders die praktischen und theoretischen Kenntnisse der ausgebildeten Handwerker sind in Entwicklungsländern stark gefragt. Das ist auch ein Grund, warum unser deutsches duales Ausbildungssystem einen solch überragenden Ruf im Ausland genießt und die Handwerker von den Akademikern unterscheidet. Durch die Kombination aus praktischem und theoretischem Wissen können die Fachkräfte ihre Kompetenz optimal an die Menschen in den entsprechenden Partnerländern weitergeben und sie bei ihren Aufgaben unterstützen. In der Regel werden die deutschen Fachkräfte mit handwerklicher Ausbildung in den Bereichen Arbeitsmarktentwicklung sowie Berufsbildung und –förderung eingesetzt. Sie beraten und unterstützen also Berufsschulzentren im jeweiligen Land, neue Ausbildungsgänge auszuarbeiten und einzuführen. Durch ihre Fachkenntnisse schaffen sie unter anderem Grundlagen im Aufbau eines Landes. Beispielsweise wurde jungen Männern in Afghanistan beigebracht, wie man elektrische Leitungen verlegt oder wie man ein Dorf mit Wasser versorgt. Die Handwerker bilden damit den Schlüssel für die Entwicklung des Landes.

Auch für die Fachkräfte selbst bringt der Einsatz im Ausland wesentliche Vorteile mit sich. Sie lernen neue Kulturen kennen und leben auch unter ganz anderen Bedingungen als in Deutschland. Des Weiteren festigen sich Fremdsprachen, unter Umständen erlernen die Handwerker sogar neue Fremdsprachen, weil sie in einigen Ländern nur mit Englisch nicht weit kommen. Selbstverständlich bereitet die GIZ die Entwicklungshelfer auf diese Sprachen durch entsprechende Kurse vor. Diese gewonnen Kompetenzen erleichtern ihnen darüber hinaus auch den späteren Wiedereinstieg in den deutschen Arbeitsmarkt. Für viele der rückkehrenden Helfer ist aber insbesondere die Erfahrung, ihr eigens Wissen langfristig vermittelt zu haben und dabei auch einen positiven Effekt für die Lebensverhältnisse des Partnerlands beigetragen zu haben, einer der wichtigsten Argumente für ihr Engagement in den Entwicklungsländern.

Die GIZ ist nicht nur an im Berufsleben etablierten Fachkräften interessiert. Sie werben auch junge Menschen in deren Ausbildungsphase für den Auslandseinsatz.  Das bedeutet, dass man nach abgeschlossener Gesellenprüfung für ein Jahr einen Freiwilligendienst im Ausland absolvieren kann. Das Freiwilligenprogramm nennt sich „weltwärts“. Neben diesem Programm gibt es noch die Möglichkeit eines Stipendiums über ein Nachwuchsförderprogramm. Dabei arbeiten die Stipendiaten in einem konkreten Entwicklungsprojekt bei einer Partnerorganisation unter Anleitung eines erfahrenen Mentors.

Auch bereits aus dem Berufsleben ausgeschiedene Fachkräfte sollen die Möglichkeit haben, ihr Wissen in den Partnerländern weiterzugeben. Durch den sogenannten Senior Expert Service (SES) können sich diese Menschen ebenfalls in den Entwicklungsländern ehrenamtlich engagieren. An dieser Stiftung ist auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) beteiligt und sucht regelmäßig pensionierte Fachkräfte. Ein wesentlicher Unterschied gegenüber den im Berufsleben stehenden Fachkräften ist die Dauer des Aufenthalts. Die Pensionäre halten sich normalerweise zwischen sechs Wochen und maximal drei Monaten an den Einsatzorten auf. In dieser Zeit wird ihnen die Unterkunft sowie die Hin- und Rückreise bezahlt. Dazu erhalten sie dann noch ein kleines Taschengeld als Aufwandsentschädigung. Das Wichtigste für diese Menschen ist, sich auch nach dem Berufsleben noch zu engagieren und einen positiven Beitrag zu leisten.

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